Australien Reise-Tipps

Canberra und andere uninteressante Orte für die Bucket-List

von am 27. Oktober 2017

Canberra? Das Canberra, welches nur die Hauptstadt Australiens geworden ist, um keinen Streit zwischen Sydney und Melbourne zu entfachen? Die Stadt, die sich nur mit Wirtschaft und Politik beschäftigt? Genau dieses Canberra hat gerade den dritten Platz im Lonely Planet Ranking der besten Reiseziele weltweit abgestaubt – als erste Stadt Australiens überhaupt. Erstmal verwunderlich, aber Grund genug, einen genaueren Blick auf die Stadt und einige andere Regionen auf dem roten Kontinent zu werfen, die viel zu oft übersehen werden – ob aus Zeitmangel oder Unwissen.

 

Canberra, NSW

Als erstes eine kurze Erklärung zu den Kriterien des Lonely Planets: wichtig für die Entscheidung ist, dass die jeweilige Stadt sich momentan in einer Wandlung befindet und bisher touristisch keine große Rolle gespielt hat, obwohl es durchaus lohnenswert ist, sie zu besuchen.

Die erst 1913 gegründete Stadt hält für Reisende, die sich trauen die „always sleeping city“ zu besuchen einmalige Einblicke in die Funktionsweise der modernen Demokratie des Landes bereit. Neben dem beeindruckenden Parliament House verfügt Canberra über Kunstgalerien und tolle Museen, die einen echten Einblick in Australiens Seele zeigen. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind um den künstlichen See Lake Burley Griffin angesiedelt und einfach zu Fuß zu erreichen. Für einen Aufenthalt, der einem die Geschichte und Kultur Australiens näher bringen als keine andere Destination, ist Canberra also perfekt – aber das ist noch nicht alles: durch seine vielen Grünflächen um den See ist die Stadt nicht nur lehrreich, sondern auch erholsam. Naturliebhaber kommen im nahegelegenen Namadgi National Park, einem Teil der australischen Alpen, auf ihre Kosten.

Abends bietet sich ein Dinner in einem der zahlreichen internationalen Restaurants in den Stadtteilen Civic oder Kingston an. Wer die Nacht zum Tag machen möchte, kann im City Center bleiben: hier finden sich Pubs mit Livemusik und Clubs.
Der Flair lässt sich so beschreiben: durchaus offiziell und seriös, gewürzt mit studentischer Gelassenheit und einer Prise Aufbruchsstimmung, denn wie der Lonely Planet schon herausgestellt hat, sind die Einwohner gerade dabei sich neu zu erfinden. Sicher, für Reisende, die als Bild des perfekten Urlaubs schöne Strände im Kopf haben, ist diese Stadt nichts. Für Liebhaber guten Essens, Kultur und Natur ist sie aber durchaus einen Abstecher wert.

Die Erfahrungen einer „Einheimischen“ könnt ihr hier nachlesen.
 


Mungo Nationalpark, NSW

Fast wie auf einem anderen Planeten fühlt man sich im 120.000 Hektar großen Nationalpark aus versteinerten Seebetten, Sanddünen und merkwürdig geformten Steinen - das Gebiet gehört zu Recht zum Weltnaturerbe. Zugegeben: ganz leicht ist die Anreise auf den „Mond Down Unders“ nicht – 10 Stunden Autofahrt sind es von Adelaide oder Melbourne mindestens. Wer die weite Fahrt auf sich nimmt, wird mit einer menschenleeren, einzigartigen Landschaft belohnt, die es so wohl kein zweites Mal gibt.

Neben der Natur hat der Mungo Nationalpark 40.000 Jahre Aborigine-Kultur erlebt, die sich bei einer von den Einheimischen geführten Tour heute noch nachempfinden lässt. Wer etwas über das Leben und Überleben der Aborigines lernen möchte, ist hier goldrichtig. Im Park sind die Knochen und Überreste längst ausgestorbener Riesenkängurus, büffelgroßer Wombats und versteinerte Eukalyptusbäume zu finden.

Nicht verpassen sollte man den Sonnenuntergang, bei dem sich die „Wall of China“, eine Kette von weißen Dünen, orange bis tief weinrot färbt.
 


The Neck - Bruny Island

King Island und Bruny Island, TAS

Die beiden Inseln unweit Tasmaniens zeichnen sich durch vertrauliche Abgeschiedenheit, tolle Natur und eine fast nordische Landschaft, die man von Australien nicht erwartet hätte aus. Wem nach ein bisschen Runterkommen ist, sollte sich die beiden Inseln einmal näher ansehen und auf die Bucket List setzen.

100 km unberührte Küste, an der einheimische Tierarten seit Jahrhunderten leben, finden sich auf King Island. Bekannt ist die Insel vorallem unter Gourmets. Der Käse der Insel ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Trotzdem finden nur wenige Touristen den Weg hierher und das ist vielleicht auch gut so – den Charme macht die Einsamkeit aus.

Bruny Island ist zugegeben kein Geheimtipp für die Einwohner Tasmaniens. Als Sommerresidenz mit tollen Stränden, Natur und dem südlichsten Weinbaugebiet Australiens ist es bei den Einwohner heiß geliebt; Touristen von außerhalb sieht man dagegen eher selten.
 


Goldfield Region, VIC

Hier zeigt sich der rote Kontinent von einer ganz anderen Seite: um Bendigo und Ballarat wurde das erste Mal in Victoria Gold gefunden. Die viktorianischen Villen, malerischen Gärten, Kirchen und Statuen, die der Goldrausch der 1850/60er Jahre brachte, sind aber noch sehr gut erhalten.

Die Region lässt sich entweder bei einer Fahrt mit dem Steam Railway entdecken oder bei einem Spaziergang entlang des 210 km langen Goldfield Tracks im Greater Bendigo Nationalpark, wo auch Edelsteine gefunden werden können. Entlang des Weges sind niedliche Ortschaften angesiedelt, die in der Zeit stehen geblieben zu sein scheinen.

Ein Muss beim Besuch Bendigos: eine Fahrt mit der sprechenden Straßenbahn, in der während der Fahrt die Sehenswürdigkeiten erklärt und geschichtliche Hintergrundinfos gegeben werden. Start- und Endpunkt ist die Central Deborah Mine, mitten in der Stadt und 400 m tief. Unten angekommen wartet eine Ausstellung von chinesischem Erbe und eine Schatzkammer mit Drachen.
 


Wilpena Pound / Flinders Ranges

Das Outback

Ihr lest richtig, das Outback wird von Reisenden oft übersehen, obwohl es wohl das ist, was den roten Kontinent ausmacht. Auch wenn die meisten Reisenden einen kurzen Trip nach Alice Springs und zum Uluru einplanen, meist per Flugzeug und im Rahmen einer geführten Tour – so wirklich Outback erleben ist das nicht.

Das Outback ist unendliche Weite und absolut menschenleer. Neben roter Erde gibt es noch viel mehr zu sehen: Schluchten, breite Flüsse, Buschlandschaften, Regenwälder und ganz wichtig: die besondere, fast magische Atmosphäre. Wer das wirkliche Australien erleben will, sollte sich die Zeit nehmen und ins Landesinnere reisen. Ein guter Ausgangspunkt für Outbacktouren ist z.B. Darwin im Northern Territory. Wer nicht auf Komfort verzichten möchte, ist mit einer Fahrt mit dem Ghan gut beraten.

Hier findet ihr eine Tour ins Outback: Cairns nach Alice Springs
Hier könnt ihr euch über eine Zugfahrt mit dem Ghan informieren und ggf. auch buchen
 


Fotos: Destination NSW / Don Fuchs; Tourism Tasmania; South Australia Tourist Commission
Quelle: news.com.au, visitmungo, visitcanberra

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