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Google Maps führt Reisende in Australien auf den Holzweg

von am 30. Oktober 2017

Ein Fehler in der Landkarte des Weltkonzerns Google lies vergangenes Jahr zahllose Reisende ins Niemandsland irren. Wer die Blue Mountains in der Nähe von Sydney finden wollte und dabei auf die Online-Karten zurückgriff, musste sich darauf gefasst machen, in einem winzigen Ort über 30km von dem beliebten Reiseziel entfernt zu landen.
 

 
Als Reisender in Australien hat man es wirklich nicht immer leicht. Viele Naturattraktionen sind zig Kilometer von der nächsten Stadt entfernt, weit weg von jeder Menschenseele. Es gibt also auch niemanden, den man nach dem Weg fragen kann. Kartenlesen steht nicht auf dem Lehrplan, einen Kompass hat heutzutage auch niemand mehr dabei.

„Aber es gibt ja noch die Technik!“ wird jetzt manch einer sagen. Das stimmt, ohne Smartphone, Navi und co. wären die meisten von uns mehr als aufgeschmissen in den großen Weiten des roten Kontinents. Natürlich erwartet das auch keiner, man kann ja auch fast nicht weiter entfernt sein von der eigenen Heimat und dem bekannten Umfeld.

Wir alle haben ihm deshalb schon das ein oder andere Mal blind vertraut, unserem kleinen Navigations-Helferlein Google Maps. Schließlich wird das in aller Welt genutzt, da kann doch eigentlich nichts schiefgehen, oder?

Kann es doch, wie sich in den vergangenen Jahren ausgerechnet in einem der bekanntesten Nationalparks Australiens, dem spektakulären Blue Mountains Nationalpark nahe Sydney zeigte.

Auf der Suche nach den bläulich schimmernden, von Eukalyptuswald überzogenen Felsformationen verlor nämlich so manch ein Reisender den Überblick. Wegen eines Fehlers im System von Google Maps wurde als Zentrum der Blue Mountains das Dorf Dargan angezeigt.

Von den blauen Bergen kommen wir - unser Navi ist genau so dumm wie wir, wird sich da der ein oder andere Selbstfahrer gedacht haben, als er in Dargan eintraf. Das verschlafene Talstädtchen liegt nämlich gute 30km südlich der Blue Mountains. Hellhörig wurden aber vor allem die Anwohner, die sich über das plötzlich steigende Interesse an ihrer Heimat zuerst wunderten, aber auch bald den Schuldigen für das Debakel fanden.

Bereits 2015 begann der plötzliche Ansturm. „Im Sommer traf alle paar Minuten ein anderes Auto ein“ erzählte eine Bewohnerin dem Sydney Morning Herald. Sie habe immer Mitleid gehabt, dass die Touristen so einen weiten Umweg gefahren waren um dann wieder zurückfahren zu müssen, beschrieb sie weiterhin.
Reisende, die an den Türen der Einwohner klingelten, um ihre Toilette zu benutzen, wurden leider schon bald zur Regel.

Keine Frage, dass dies für beide Parteien kein Zustand bleiben konnte, weshalb die Bewohner von Dargan sich darum bemühten, die Irrfahrer schnellstmöglich auf den richtigen Pfad zu bringen.
Einer von ihnen kam sogar auf die kluge Idee, ein Schild vor sein Haus zu stellen. „Blue Mountains is not here (Google Maps is wrong). You need to go to Katoomba or Blackheath“ schrieb er darauf, um penetranten Nach-dem-Weg-Fragern aus dem Weg zu gehen.

Sicher ein guter Anfang, aber dennoch zu spät für die vielen Touristen, die die 70km Umweg auf sich nehmen mussten. Google reagierte leider zu Beginn nicht auf die Beschwerden der Anwohner, erst als die Medien sich einschalteten, wurde der Fehler behoben.

Wer heute Blue Mountains in die Suchleiste eingibt, wird die Zielnadel in der tatsächlichen Mitte des Nationalparks vorfinden. Dennoch sollte nicht das Zentrum der Zielnadel angefahren werden, sondern es gilt: Augen auf im Straßenverkehr, schließlich gibt es auch noch Straßenschilder!


Quelle: www.news.com.au
© Foto: Stefanie Stadon

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