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Für euch getestet: Die “Indigenous Australia” Ausstellung in Berlin

von am 17. November 2017

Eine Reise durch die facettenreiche Geschichte der indigenen Australier ist nun auch in Berlin möglich.  „Indigenous Australia“ regt mit vielen fantastischen Exponaten zum Nachdenken, Schmunzeln und Staunen an und bringt eine der beeindruckensten Kulturen der Welt in die deutsche Hauptstadt. Reisebine-Mitarbeiterin Annika hatte bereits vor Eröffnung der Ausstellung die Chance einen Blick auf die Werke der australischen Künstler zu werfen.
 

Indigenous Australia: Masterworks from the National Gallery of Australia, 2017, me Collectors Room Berlin, Photo: Lidia Tirri

 

Wenn man – wie ich - zu der Sorte Mensch gehört, die nichts mit dem schwarzen Punkt auf der weißen Leinwand anfangen kann, obwohl sie den Kopf wild in ungesunde Richtungen verdreht, um die Bedeutung hinter dem mysteriösen Fleck Farbe mit halb zugekniffenen Augen herauszuarbeiten und verzweifelt auf einen Aha-Moment hofft, sollte sich unbedingt auf den Weg in den me Collectors Room nach Berlin machen – denn hier ist alles anders. Obwohl es auf den Werken der indigenen Künstler nur so vor Punkten strotzt. Das bekannte „Dot-Painting“ ist schließlich Aborigine-Sache.

Paddy Jupurrurla Nelson, Paddy Japaljarri Sims, Kwentwentjayn Jungurrayi Spencer, Yanjilypiri Jukurrpa (Star Dreaming), 1985, synthetic polymer paint on canvas, 372 x 171,4 cm, National Gallery of Australia, Canberra, © the artist, VG Bild-Kunst, Bonn 2017Der erste Blick trügt nicht: Die rustikalen und naturellen Farben des roten Kontinenten erinnern sofort an das andere Ende der Welt, die endlosen Wüsten und den schimmernden Sand des Outbacks. Die Meisterwerke, die direkt aus der National Gallery of Australia in Canbarra stammen und ihren Weg nach Berlin gefunden haben, wurden ausschließlich von indigenen Künstlern kreiert. Mit außergewöhnlichen Formen, Mustern und Figuren zeigen sie ihr Talent und erzählen ihre Geschichte, zeigen ihre Natur – doch viel wichtiger ist der sozialkritische Aspekt hinter den Werken vieler Künstler, wie Lisa Mattiazzi, Kuratorin der National Gallery of Australia, während einer etwa 45-minütigen Führung durch die Galerie erklärt.

Die Vielseitigkeit in der Technik wird in jedem Raum schnell das wichtigste Gesprächsthema, denn entgegen vieler Erwartungen heißt Aborigine nicht Aborigine. Zwischen 300 und 700 verschiedene Aboriginevölker mit unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Lebensweisen beeinflussen die Stilistik der Kunstwerke und Skulpturen immens, was auch das ungeübte Auge schnell erfasst. Die Geschichten der Ureinwohner sind keinesfalls immer rosig, denn nicht nur Naturkatastrophen, sondern vor allem die Beziehung zum „weißen Mann“ wird stark kritisiert. Bis heute sind die Ureinwohner nicht gleichgestellt, kämpfen für Autonomie und gegen Rassismus. Ihr Land und ihre Kultur wird ihnen stetig weiterhin genommen. Viele der magischen Werke sorgen genau deshalb für Gänsehaut.

Danie Mellor, Paradise in the Sun, 2010, drawing in black pencil, pastel and watercolour wash with collage of glitter and Swarovski crystals, 192,5 x 153,5 cm, National Gallery of Australia, Canberra © courtesy of the artist, collection National Gallery of Australia, acquired 2010


FAZIT:

Wer in der kalten Jahreszeit ein Stückchen warmes Australien vermisst, ist im me Collectors Room genau richtig. Die bunten und faszinierenden Kunstwerke, Skulpturen und Objekte bringen einen ohne Frage und ohne Jetlag für kurze Zeit in eine andere Welt. Vor allen Dingen informiert die Ausstellung über die Geschichte der Ureinwohner und macht auf ihre heutige Situation aufmerksam.

Eine mit Liebe zum Detail gestaltete Kunstaustellung für jedermann, denn tolle "Dot-Painting"-Kurse und Workshops gibt es auch für Kinder. Ich würde immer wieder hingehen.

WANN?   17.11.2017 bis 02.04.2017
WO? me Collectors Room, Stiftung Olbricht, Auguststraße 68, 10117 Berlin
WEITERE INFOS:  www.me-berlin.de
TICKETS: Erwachsene 8 Euro, Ermäßigt & Gruppen 4 Euro


© Titelbild: Indigenous Australia: Masterworks from the National Gallery of Australia, 2017, me Collectors Room Berlin, Photo: Lidia Tirri
© Bild Mitte rechts: Paddy Jupurrurla Nelson, Paddy Japaljarri Sims, Kwentwentjayn Jungurrayi Spencer, Yanjilypiri Jukurrpa (Star Dreaming), 1985, synthetic polymer paint on canvas, 372 x 171,4 cm, National Gallery of Australia, Canberra, © the artist, VG Bild-Kunst, Bonn 2017
© Bild unten links: Danie Mellor, Paradise in the Sun, 2010, drawing in black pencil, pastel and watercolour wash with collage of glitter and Swarovski crystals, 192,5 x 153,5 cm, National Gallery of Australia,
Canberra © courtesy of the artist, collection National Gallery of Australia, acquired 2010

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