Rund ums Fliegen

Qantas will Frequent-Flyer-Kunden für aktiven Lebensstil belohnen

von am 24. November 2015

Für Bewegung Airline Bonus Punkte kassieren – mit dem Qantas Assure System soll das bald möglich werden.

Die australische Fluggesellschaft Qantas kündigt eine Kooperation mit der privaten Krankenversicherung nib an, wodurch Frequent Flyer Mitglieder für einen aktiven Lebensstil belohnt werden. Das Frequent-Flyer-Point System funktioniert ähnlich wie das Miles and More Programm der Lufthansa, bei dem Bonus-Punkte gesammelt werden können, indem Kunden bei ausgewählten Airline-Partnern mit ihrer, von der Fluggesellschaft gestellten Kreditkarte, bezahlen.

Im Laufe des nächsten halben Jahres sollen Kunden der privaten Krankenversicherung nib Qantas-Punkte auch durch sportliche Betätigung sammeln können. Dazu müssen die Teilnehmer nur die dazugehörige Wellness App auf ihr Smartphone oder ihre Smartwatch herunter laden, die die täglich geleisteten Schritte erfasst. Zuvor kann das von den Kunden angestrebte Fitness-Ziel je nach dem individuellen Lebensstil festgelegt werden.

Die App errechnet daraufhin die der Bewegung entsprechenden Frequent Flyer Punkte, wobei jedoch gilt: Wer fitter ist, erhält mehr Punkte. Wie hoch diese genau ausfallen werden, wird in den kommenden 4 Monaten preisgegeben. Qantas Vorsitzender Alan Joyce kündigte aber bereits an, dass das Sammeln der Punkte durch sportliche Betätigung “one of the highest ways of earning frequent flyer points in total” werden könnte.

Laut Qantas sei Idee aus dem Wunsch der Kunden hervorgegangen, für einen aktiven Lebensstil eine Belohnung zu erfahren. In einer Umfrage gab die Hälfte aller Befragten an, dass sie sich mehr bewegen und aktiver werden würden, wenn sie dafür eine Belohung erhielten.

Mark Fitzgibbon, Vorsitzender der privaten Krankenversicherung nib, sieht im Qantas Assures System die Chance ihre Kunden zu einem aktiveren Lebensstil zu bewegen, wodurch die Gesundheit und das Wohlbefinden gestärkt werden, was wiederum weniger Krankheitsfälle und somit geringere Kosten für die Krankenversicherung mit sich bringe.

Die Idee ist in der Tat innovativ und könnte tatsächlich einen Anreiz zu mehr Beweglichkeit bieten. Allerdings wirft sie zum jetzigen Zeitpunkt noch einige Fragen auf: Was machen die Leute, die aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sind, sich mehr zu bewegen? Werden diese nicht benachteiligt?

Weiterhin ist fraglich, ob die Menschen tatsächlich gewillt sind, soviel von ihren gesundheitlichen Gewohnheiten preiszugeben. Zwar hat rund jeder vierte Australier einen Fitness-Tracker, aber insbesondere wenn die eigene Krankenversicherung vom eigenem Fitness-Verhalten erfährt, sind manche mit ihren Daten womöglich etwas vorsichtiger – Vergünstigungen hin oder her.

Da ein solches Unterfangen datenschutztechnisch stets recht problematisch ist, ist fragwürdig, ob es in Deutschland überhaupt möglich wäre.


Quelle: Sydney Morning Herald

Foto: Moto “Club4AG” Miwa unter der CC BY 2.0 Lizenz

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