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Naturattraktion in Sydney gefährdet Hunderte Menschenleben

von am 14. Januar 2016

Einer der skurrilen 8-förmigen Pools in Sydney© Foto: „Just the water and me“ von Vern (Lizenz:CC BY-NC-ND 2.0

Der Hype um die so genannten “Figure 8 Pools” in New South Wales in Australien wird dank sozialer Netzwerke immer größer. Dabei bringen sich Besucher des skurrilen Naturereignisses regelmäßig in Lebensgefahr. Vergangenes Wochenende wurden dort über 100 Menschen von meterhohen Wellen überrascht und teilweise schwer verletzt.

Was Charles Darwin einmal als natürliche Selektion bezeichnete, dafür sind einige Touristen an jüngsten Naturattraktionen im Raum New South Wales wohl das beste Beispiel.

Einzelne wundersame Felsformationen in Sydney werden immer bekannter. Durch soziale Netzwerke verbreiten sich die “Geheimtipps” in rasanter Geschwindigkeit und sind schnell gar nicht mehr so geheim.

Leider befinden sich zurzeit gerade unter den meist verbreiteten Geheimtipps die gefährlichsten Naturereignisse.

Nachdem der Wedding Cake Rock vor einigen Monaten für die Allgemeinheit gesperrt werden musste, da er einsturzgefährdet ist und viele Menschenleben hätte kosten können, steht eine weitere Naturattraktion ganz in der Nähe vor einem ähnlichen Schicksal.

Die Rede ist von den so genannten “Figure 8 Pools” im Royal National Park in Sydney.
Die kuriosen Naturpools, die aus unerklärlichen Gründen wie nahezu perfekte Achten geformt sind, stellen den neuesten Hit bei jungen Australienreisenden dar.
 

 

#refreshing #figure8pools ?

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Es ist allerdings nicht leicht, die direkt an der Küste liegenden Wasserlöcher zu erreichen. Unter anderem, da der Hinweg allein mindestens zwei bis drei Stunden Wanderung bedeutet. Wer außerdem denkt, er findet einen ausgetretenen Wanderpfad bis vor die Naturpools, liegt falsch. Über lose, glitschige Felsen muss man kraxeln, um das Ziel zu erreichen.

Weiterhin sind die Becken nur bei Ebbe zu sehen. Wer also zur falschen Tageszeit ankommt, hat sich die Mühe ganz umsonst gemacht. Abgesehen natürlich von der sportlichen Aktivität in schöner Natur, die sicher dem ein oder anderen auch Spaß bringt.

Für diejenigen, die rechtzeitig bei Ebbe an den Figure 8 Pools ankommen, bedeutet das zwangsläufig eine dauerhafte Gefahr. Denn was folgt auf Ebbe? Richtig, die Flut. Und die sorgt an dieser Stelle oft für relativ plötzliche und erschreckend große Wellen.
Kurz zusammengefasst ist es ein extrem gefährliches Unterfangen, sich die Wasserlöcher aus der Nähe anzusehen.

Wie man sich vorstellen kann ist es nicht nur schmerzhaft, von einer Welle umgeworfen zu werden und auf die scharfkantigen Felsen zu fallen, sondern vor allem die vielen Wasserlöcher stellen eine Gefahr da.
Wer schon einmal von einer starken Welle überspült wurde weiß, wie schnell man darin umhergewirbelt wird wie in einer Waschmaschine. Man stelle sich dieses Szenario in einem engen, aber relativ tiefen Felsloch vor.
 

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Es ist also kein Wunder, dass mit der vermehrten Bekanntheit der konfusen Naturattraktion auch die Zahl er verletzten Besucher ins Unermessliche steigt. Allein am vergangenen Wochenende wurden mehr als 100 (!) Menschen verletzt, drei davon schwer, als sie an den Figure 8 Pools von starken Wellen überrascht wurden.

Etwa 150 Touristen befanden sich an der Felsküste neben, vor oder in den Naturpools, als die Wellen über sie hereinbrachen und einen nach dem anderen von den Füßen holten.

Mehrere Notrufe wurden getätigt und zwei Rettungshubschrauber kamen herbei, um drei schwer verletzte Frauen ins nächste Krankenhaus zu bringen.

Ein Mitarbeiter des “National Parks and Wildlife Service” teilte ABC kürzlich mit, dass die Zahlen der Besucher des Royal National Park in den letzten 12 Monaten deutlich anstiegen, vor allem während des vergangenen Monats. Die meisten dieser Besucher zieht es natürlich zum neuen Hit des Parks.

Paradoxerweise wurden die Parkplätze aufgerüstet, während versucht wird, die Masse an Schaulustigen an den Figure 8 Pools einzugrenzen.

Auf der Website des Nationalparks wird ausdrücklich davor gewarnt, bei Flut bis zur Küste vorzudringen. Zwar waren die Besucher am Wochenende bei Ebbe dort gewesen, doch die Natur kann niemand berechnen. Die großen Wellen waren nicht vorherzusehen, aber genau so wenig auszuschließen.

Bisher ist eine Sperrung der Attraktion nicht geplant, dafür werden Stimmen laut, die zumindest eine Überwachung rund um die Uhr durch Rettungsschwimmer fordern.

Für diejenigen, die trotz aller Gefahr vorhaben, sich die gehypten Pools anzusehen, ist es mehr als empfehlenswert, sich auf der zugehörigen Seite des National Parks and Wildlife Service die Regeln und Tipps durchzulesen und genau einzuhalten.


Quelle: news.com.au

© Foto: “Just the water and me” von Vern (Lizenz:CC BY-NC-ND 2.0)

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