Australien Reise-Tipps

„Heilige Stätten“ in Australien gibt es nicht nur am Uluru

von am 26. September 2019

Die weit verbreiteten Bitten der australischen Ureinwohner, sich vom Uluru fernzuhalten, tragen dazu bei, dass derzeit mehr als 80% der Touristen sich mit Selfies und Champagner am Fuße des heiligen Felsens zufrieden geben.
 

© Foto: Tourism Northern Territory / Archie Sartrakom
 

Ab Oktober 2019 jedoch wird sich der Uluru-Tourismus ändern, denn dann tritt das Verbot in Kraft, welches das Klettern auf den Monolithen verbietet. Aber, was viele Touristen nicht wissen, es gibt im ganzen Land noch viele weitere Orte, an denen die einheimischen Ureinwohner bittet, fernzubleiben.

 

Wollumbin / NSW

Wollumbin, auch Mount Warning genannt, hat einen der beliebtesten Wanderwege im Norden von New South Wales.
Die 8,8 Kilometer lange Wanderung ist besonders bei Sonnenaufgang beliebt, jedoch übersehen viele Besucher das Schild der örtlichen indigenen Verwalter, das darum bitten, aus Respekt vor der spirituellen Bedeutung des Berges, den Aufstieg zu überdenken.
 

Der Mount Warning (© Foto: Wikimedia / Sheba [CC BY-SA 2.0])

Ein Sprecher der Wollumbin Consultative Group sagte, der Berg sei ein „sacred place of lore“ (heiliger Ort der Überlieferung) für die örtlichen Bundjalung.

    „Nur ausgewählte Männer konnten auf den Berg gehen, um eine höhere Einweihung zu erlangen. Es ist ein gefährlicher spiritueller Ort für Frauen.“

ALTERNATIVE:
Lieber vom Aussichtspunkt „Best Of All“ im Springbrook National Park bei Sonnenaufgang die atemberaubenden Silhouette des Berges bestaunen, anstatt auf dem Wollumbin zu stehen.
Außerdem ist der Spaziergang viel kürzer – man kann also etwas länger schlafen.

Wer Lust auf eine körperliche Herausforderung hat, kann bei Sonnenaufgang jederzeit eine Wanderung zu den nahe gelegenen Purling Brook Falls unternehmen, um z.B. ein Picknick zu machen.
 

The Blue Hole / Queensland

Das „Blue Hole“ ist ein beliebter Badeort im Regenwald von Daintree nördlich von Cairns. Für die Kuku Yalanji ist dies ein bedeutender Ort für Frauen – Männer dürfen ihn nicht besuchen. Außerdem müssen Frauen müssen werden.

Wie beim Wollumbin weist ein Schild am Anfang des Zugangswegs die Besucher darauf hin, dass die traditionellen Eigentümer darum bitten, nicht im Pool zu schwimmen.

ALTERNATIVE:
Als Alternative bietet sich ein geführter „Dreamtime Walk“ durch die Mossman Gorge an. Besucher lernen lokale Geschichten kennen, besuchen traditionelle „bark shelter“ (Behausungen aus Rinde) und erleben eine „Smoking Ceremony“.

Dreamtime Walk durch die Mossman Gorge (© Foto: Tourism & Events Queensland / Krista Eppelstun)

Es gibt auch mehrere andere Wanderungen durch den Nationalpark, einschließlich krokodilfreier Orte, um ein Bad zu nehmen und sich abzukühlen.

 

St. Mary Peak / South Australia

Der St. Mary Peak ist mit 1.168 Metern der höchste Punkt der Flinders Ranges und die letzte Etappe des beliebten Wilpena Pound Rundkurses. Der Gipfel ist jedoch auch von zentraler Bedeutung für die Entstehungsgeschichte der Adnyamathanha.
„St. Mary Peak ist ein Teil unserer Muda, die unsere Schöpfungsgeschichte des Wilpena Pounds ist“, sagt die traditionelle Besitzerin Rehanna Coulthard.

„Zwei Schlangen sind herabgekommen und haben viele unserer Vorfahren gefressen. St. Mary Peak ist eigentlich der Kopf einer der Schlangen.

„Es ist ziemlich traurig [wenn Besucher den Gipfel erklimmen], denn wenn wir in andere Länder reisen und Orte besuchen, sagen sie: „Sie können den Taj Mahal nicht besteigen“ oder „Sie können keinen Stein aus der Sixtinischen Kapelle haben“, wir respektieren das.
„Wir hoffen, dass unsere Besucher hierher kommen, bis zum Tanderra Punkt wandern, aber den Gipfel des St Mary nicht besteigen, da es für die Adnyamathanha eine wirklich heilige Stätte ist.“
 

Der Wilpena Pound (© Foto: South Australian Tourist Commission)

ALTERNATIVE:
Das Tanderra Plateau ist zwar die letzte Station vor dem Gipfel des St. Mary Peak, bietet aber dennoch einen ähnlichen Rundumblick auf den Wilpena Pound und die umliegenden Gebiete, wobei man hier jedoch die Wünsche der Ureinwohner berücksichtigt.

 

Biamanga Cultural Area  / NSW

Im Gegensatz zu anderen besonderen Plätzen bitten die Verwalter der „Biamanga Cultural Area“ die Besucher nicht, das Gebiet insgesamt zu meiden. Sie fordern die Besucher auf, in Mumbulla Falls nicht zu schwimmen, ähnlich wie den Uluru nicht zu besteigen. Für die Yuin ist dieser Ort heilig.

„Das ist ein Platz für Männer“, sagt Bunja Smith, Vorsitzende der Geschäftsführung des Biamanga National Park. „Er liegt in der Nähe des Mumbulla Mountain, der der traditionelle Initiationsort für Männer war. Der Platz hat eine große spirituelle Verbindung.
„Ohne negativ zu klingen, aber seit Jahren verletzen die Menschen die Spiritualität, indem sie dort schwimmen. Zu ihrer Verteidigung kann ich sagen, dass sie vermutlich nicht über die spirituelle Verbindung des Ortes aufgeklärt wurden und daher nicht wußten, dass dieser Ort zu ehren ist und dass man dort nicht schwimmt.“

ALTERNATIVE:
Eine Stunde südlich liegt die wunderschöne Bournda Lagoon – ein perfektes Wasserloch zum Schwimmen, Angeln und Beobachten von Wildtieren. Halte Ausschau nach Adlern und Kängurus am Ufer.

 

Kalkajaka / Queensland

Der Kalkajaka (Black Mountain) ist als Australiens „Bermuda-Dreieck bekannt, da dort Menschen und Vieh auf unerklärliche Weise verschwunden sind. In der Geschichte der australischen Ureinwohner war Kalkajaka ein heiliges Schlachtfeld, und einige glauben, es habe ein dunkle Macht.

„Für mich ist es eine heilige Stätte und niemand darf in diese Gegend“, sagt die örtliche Aunty Marie Shipton von den Kuku Nyungkal. „Wenn sie es tun, werden sie sehr, sehr krank. Ich fühle mich schlecht dabei … sie stoßen dort geradewegs auf „bad vibes“.
 

Der Black Mountain (© Foto: Sabine Hopf/ Reisebine)

ALTERNATIVE:
Stattdessen können Besucher die 3 km lange Wanderung auf den Mount Cook unternehmen, die Cooktown und seine malerische Küste, einschließlich des Great Barrier Reef, überblickt.

 

Indigene „Fußabdrücke“ gibt es in Australien überall, daher ist diese Liste besonderer Orte keineswegs vollständig, aber ein guter Ausgangspunkt für all diejenigen, die Australien auf kulturell sensible Weise erkunden möchten.

Marcia Langton bietet in ihrem Buch „Welcome to Country: A Guidebook to Indigenous Australia“ (leider nur in Englisch) einen umfangreichen Reiseführer für das respektvolle Reisen im indigenen Australien.

„Der Fußabdruck der Ureinwohner ist auf dem gesamten australischen Kontinent und seinen Inseln zu finden, ist jedoch oftmals unsichtbar, bis darauf hingewiesen wird. Sobald Sie die Zeugnisse des Lebens der Aborigines sehen, öffnet sich eine ganz neue Welt.“

Professor Langton merkt an, dass „traditional owners“ aufgrund ihrer umfassenden und historischen Kenntnisse des Landes ideale Reiseführer sind. Durch die Teilnahme an einer von Indigenen geführten Tour können Reisende auch etwas an die Gemeinden zurückgeben, in denen es oft nur wenige Arbeitsmöglichkeiten gibt. Es wird auch dazu beitragen, in die Erhaltung der ältesten lebenden Kultur der Welt zu investieren.

Auf den Websiten der staatliche Nationalparks wird häufig angegeben, ob Gebiete von kultureller Bedeutung sind und welche Wünsche die örtlichen Verwalter in Bezug auf den Aufenthalt von Besuchern in einem Gebiet haben.


© Fotos: Tourism Northern Territory/Archie Sartrakom; South Australian Tourist Commission; Sabine Hopf; Sheba [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons
Quelle: ABC News

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