Surf-Instructor Ausbildung im Test

Das Akademie-Leben hat begonnen!

von am 20. Februar 2012

Surfen an der Küste von New South Wales© Foto: Mojosurf

Um Spaß in den Wellen zu haben, braucht es nicht einmal einen Tag. Um ein wenig Verständnis für das Surfbrett und den Surfsport zu bekommen, braucht es vielleicht eine Woche. Um aber richtig gut zu werden, braucht es viel mehr Zeit. Und um sogar so gut zu sein, dass man Anderen das Surfen beibringen kann, braucht es eine gute Ausbildung. Und die hat jetzt für mich begonnen!

Seit einer guten Woche befinde ich mich jetzt schon hier und als erstes möchte ich euch ein wenig über das Camp hier erzählen:
Die Atmosphäre ist allgemein sehr locker, freundlich und familiär und ein „hey, how you doing?“ entgegnet einem alle 50 Meter. Ein Grund, sich hier nicht wohl zu fühlen, findet sich meiner Meinung nach absolut nicht. Natürlich habe ich nicht nur die Atmosphäre genau unter die Lupe genommen, sondern vorallem auch Unterkunft und Verpflegung. Genaueres hierzu findet ihr in meinem Artikel „Surfcamp Spot X„.
Ein echter Wow-Effekt am Anfang war für mich, dass immer irgendwo irgendwelche Workouts oder Stretch-Übungen zu sehen sind. Nicht nur die Akademie-Leute, sondern auch Surflehrer und andere Angestellte versuchen in jeder freien Minute, etwas für ihre Fitness zu tun. Egal ob Liegestützen im Gras, Klimmzüge am Baum oder Joggen im Sand, hier ist immer Bewegung und man kann die Motivation förmlich riechen. Ziemlich schnell wurde auch ich mit diesem unglaublich kräftigen Willen angesteckt und nun bin ich tatsächlich tagtäglich fleißig am schwitzen!

Und nicht nur freiwillig strapaziert man seinen Körper, schon allein beim Anblick vom Stundenplan bekommt man Muskelkater.
Allgemein kann man sagen, dass jeden Tag gesurft wird und dann abwechselnd Theorie oder Fitness am Nachmittag stattfindet. Das klingt jetzt vielleicht gar nicht so hart, aber wie schon erwähnt, hier wird sich auch so gut wie in jeder freien Minute bewegt.
Hier schreibe ich euch mal kurz zusammen, wie meine ersten fünf Akademie-Tage aussahen:

Montag 8.00 am Yoga  
  8.30 am Surfen  
  3.00 pm Fitness (Liegestützen, Sit-Ups, Klimmzüge)
Dienstag 7.00 am Yoga  
  7.30 am Surfen (reine Paddel-Stunde)
  3.00 pm Theorie (Thema: Surfboards)
Mittwoch 8.00 am Yoga  
  8.30 am Surfen  
  3.00 pm Fitness (Schwimmen – Laufen – Paddeln)
Donnerstag 7.00 am Yoga  
  7.30 am Surfen  
  2.30 pm Fitness (Promovideo-Dreh)
  4.00 pm Theorie (Thema: Surf-Etiquette)
Freitag 8.00 am Yoga  
  8.30 am Surfen  
  3.00 pm Fitness (Kajak-Paddeln)

In einer dieser morgendlichen Surfstunden ist uns Folgendes passiert: Unser Surflehrer Linton, ein unglaublich liebenswerter und echter Australier mit dementsprechendem Akzent trug uns auf, raus zu paddeln, sofort eine Welle zu nehmen und zurück an den Strand zu surfen, um dann Feedback von ihm zu bekommen.
Noch mit Müdigkeit in den Knochen machten sich daraufhin 20 Jungs und Mädels auf den weiten schweren Weg durch die Wellen und als nach gefühlten zwei Stunden endlich alle hinter den brechenden Wellen angekommen sind, wurde erstmal eine Runde ausgeruht und Gossip ausgetauscht.
Nach einigen Minuten hörten wir ein Pfeifen und sahen, wie Linton durch große Armbewegungen uns dazu bringen wollte, wieder zurück zum Strand zu kommen. Von Faulheit geprägt machten sich einige auf den Weg, doch als plötzlich von irgendwo das Wort „shark“ zu hören war, machte sich auf der Stelle Panik breit und jeder begann, wie komplett verrückt in Richtung Land zu paddeln. Nun galt es, die Füße auf dem Brett zu lassen, möglichst ruhige kräftige Paddelzüge zu machen und so schnell wie möglich aus dem Wasser zu kommen. Ich sah die Angst und die Konzentration in den Augen meiner Kameraden und ich wette, dass in diesem Moment nicht nur mein Herz rasend schnell schlug.
Einige Glückliche haben die erstbeste Welle genommen und konnten sich so ziemlich schnell in Sicherheit bringen. Leider hatten nur etwa fünf Leute dieses Glück und alle anderen mussten mehr oder weniger fröhlich weiterpaddeln. Die nächste Welle kam, jetzt blieben nur noch drei andere und ich zurück. Meine Gefressen-Werden-Chance stieg somit auf 25%.
Ich paddelte und paddelte und paddelte, versuchte mich auf meinen Atem zu konzentrieren und die Ruhe zu bewahren. Trotzdem überschlugen sich meine Gedanken: Was ist, wenn mir jetzt wirklich ein Arm oder ein Bein abgebissen wird? Oder ist der Hai sogar so groß, dass er mich mit einem Biss verschlingen kann? Die nächste Welle kam und mit letzter Kraft nahm ich sie mir, stand auf und ließ mich ans sichere Ufer treiben. Noch nie ist mir ein größerer Felsen vom Herzen gefallen als in dem Moment, als ich Sand unter meinen Füßen spürte.
Völlig erleichtert lief ich auf unseren Surflehrer zu, der seltsamerweise total die Ruhe behalten hat und nicht wie alle anderen wild diskutierend am Strand saß. Erst als ich näher kam fiel mir auf, dass sie lachten. Ich war auch froh, dass ich jetzt in Sicherheit bin, aber nach Lachen war mir absolut noch nicht zu Mute! Völlig erschöpft fiel ich in den Sand neben meinen Kameraden und während ich noch dabei war, meinen Atem wieder zu finden, hörte ich Linton’s Erklärung zu der ganzen Sache: Er wollte uns nur dazu bringen, nicht mehr faul im Wasser zu sitzen, sondern endlich Wellen zu nehmen! Ein Hai war also weit und breit nicht in Sicht..

Was Gott sei Dank auch noch nicht gesichtet wurde, ist eine Spinne! Ob das so bleibt und ob ich von einem Hai angeknabbert werde oder nicht, erfahrt ihr nächste Woche. Bis dahin wünsche ich euch noch allen wenigstens ein paar Sonnenstrahlen und liebe Grüße aus Spot X!


© Foto: Mojosurf

STICHWORTE
1 Kommentar
  1. Antworten

    Georg

    20. Februar 2012

    :p auweija xD cooler blog! danke dafür

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.