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Great Barrier Reef: Die Farben des Todes

von am 30. November 2016

Australien verliert langsam aber sicher sein größtes Wahrzeichen. Das Great Barrier Reef ist für seine einzigartige Farbenpracht bekannt, doch seit Anfang diesen Jahres sind weite Teile des Tauchparadieses aufgrund der Korallenbleiche gestorben. Es herrscht das größte Korallensterben seit Beginn der Aufzeichnungen am Great Barrier Reef.
 

© Foto: Tourism and Events Queensland

 
Es ist eine waschechte Tragödie und ein wahrer Überlebenskampf. Eines der größten Naturwunder der Welt leidet immer mehr unter den Einflüssen der steigenden Wassertemperaturen weltweit, die das Ökosystem aus dem Gleichgewicht und folgenschwere Konsequenzen mit sich bringen. Bereits 70 Prozent aller Korallen in den seichteren Gewässern sind tot.

Die Korallenbleiche sorgt bereits seit Jahren für hitzige Diskussionen, denn der Prozess, der dafür sorgt, dass die Korallen ihre leuchtenden Farben verlieren und schlussendlich zum Tod der Nesseltiere führt, nimmt an Häufigkeit und Intensität zu. Wissenschaftler haben neue Ergebnisse veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass das Korallensterben in seinem Ausmaß größer ist als bisher angenommen.

Bis zum heutigen Tag sind nur einige Regionen am Great Barrier Reef betroffen, doch Forscher warnen, dass dies nur der Anfang vom Ende sein könnte. Die nördliche Region des Riffes hat auf einer Strecke von ca. 700 Kilometern bereits 67 Prozent der Korallen verloren – und das allein innerhalb der letzten 8 bis 9 Monate. Das leuchtend blaue Wasser scheint nur schöner Schein, denn leichte Temperaturschwankungen können für die empfindlichen Korallen bereits das Todesurteil sein. Diesmal hätten sogar Korallen ihre Farbe verloren, für die es aufgrund ihrer Eigenschaften eher untypisch sei.

Frühere Korallenbleichen hatten das nördlichere Gebiet des Korallenriffs verschont, doch der Schaden wurde 2016 umso gewaltiger. Bisher ist aber glücklicherweise noch nicht das gesamte Great Barrier Reef betroffen: Im Süden des Riffs ist das Korallensterben gering – viele der Nesseltiere haben ihre Farbe zurück. Auch Touristengebiete scheinen sich mehr und mehr von der Belastung zu erholen. Insbesondere die berühmten Tauchgebiete um Cairns und die Whitsunday Islands bleiben weitestgehend vom Korallensterben verschont.

Es ist fraglich, ob das positiv oder negativ zu bewerten ist, denn die Sicherheit der kleinen Wasserlebewesen könnte in den Hintergrund gedrängt werden, wenn es der Korallenpopulation doch scheinbar so gut geht und ein Unterwasser-(Selfie) wichtiger ist, als der Schutz des Riffes. Vorkehrungen zum Schutz der Korallen am Great Barrier Reef werden zwar getroffen und strengstens befolgt, doch der Mensch ist und bleibt heimlicher Verursacher dieser Naturkatastrophe.


Quellen: www.cairnspost.com.au, www.abc.net.au
© Fotos: Tourism and Events Queensland

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