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Fahrprüfung für Touristen jetzt auch in Australien in Planung

von am 4. Januar 2018

Erst in Neuseeland, nun auch in Australien. Häufige Unfälle und Verkehrsvergehen veranlassen eine australische Politikerin dazu, eine Fahrprüfung für internationale Touristen zu fordern. Künftig sollen diese erst die geforderte Fahrerfahrung nachweisen, bevor ein Auto gemietet werden darf.

 

Für diejenigen unter uns, die sich eher auf Roadtrips oder in einem Wohnmobil sehen, als in Hotels, bietet sich auch in Australien mehr als eine Möglichkeit.
Ob über die Great Ocean Road die Südküste entlang oder durch die entlosen Weiten des Outbacks, das gut ausgebaute Straßennetz erlaubt es Touristen, viele Sehenswürdigkeiten bequem mit dem Auto zu erreichen.
Daher wundert es heutzutage niemanden mehr, wenn viele Reisende dieses auch nutzen.

Momentan ist es noch so, dass jeder Erwachsene mit einem Führerschein und einer entsprechenden englischen Übersetzung (= internationaler Füherschein) ein Auto mieten kann.
Allerdings kann der plötzliche Linksverkehr, fremdsprachige Straßenschilder und teils andere Verkehrsregeln schnell auch den routiniertesten Fahrer aus der Bahn werfen. Besonders dann, wenn man gerade frisch aus dem Flugzeug gestiegen ist und sich noch nicht an das Klima und die Zeitverschiebung gewöhnt hat. Dazu kommt dann auch noch die neue und aufregende Umgebung mit ihren weißen Stränden und malerischen Panoramen.
Da kann es passieren, dass man als ausländischer Fahrer abgelenkt ist und versehentlich beim Abbiegen auf die für uns richtige Straßenseite, also rechts, fährt oder das Tempolimit überschreitet.

In solchen Situationen kommt es häufig zu Unfällen, die auch tödlich enden können. Allein 21% der Unfälle, die sich vom Juli 2012 bis Juni 2017 auf der Great Ocean Road ereignet haben, wurden von Touristen verursacht. Die Straßen- und Verkehrsbehörde des australischen Bundesstaates Victoria fordert Reisende, die ein Auto mieten, daher immer wieder dazu auf, sich vorher mit den Regeln und Verhaltsensweisen im Verkehr vertraut zu machen, bevor sie sich hinter das Steuer setzen.

Doch trotz all der Warnungen kommt es immer wieder zu größeren oder kleineren Verkehrsvergehen. Stopschilder werden übersehen, Wohnmobile überschreiten Geschwindigkeitsbegrenzungen und fahren auf der rechten Fahrbahnseite oder Mietautos werden an den Strand gefahren und bleiben stecken.

Eine Parlamentsabgeordnete bezeichnete Touristen als „fahrende Zeitbomben“ und sagte anschließend: „Wöchentlich bekomme wir Meldungen über internationale Fahrer, die auf der falschen Straßenseite fahren oder einfach mitten auf der Straße anhalten, um Fotos von Koalas zu machen.“

„Urlauber könnten definitiv von einer besseren Erklärung oder einer Fahrprüfung profitieren“, hieß es weiter. Es sei dringend nötig, das Autofahren nicht nur für Besucher, sondern auch für Einheimische sicherer zu gestalten.

Manche Verkehrsschilder können für Touristen verwirrend sein

Daher die Idee der Politikerin, Touristen eine Fahrprüfung absolvieren zu lassen. Außerdem sollen Urlauber möglichst dazu verpflichtet werden, sich ein Sicherheitsvideo mit entsprechenden Warnhinweisen anzusehen und, wenn nötig, auch eine kurze Einweisung in den Linksverkehr bekommen.

Ob diese Forderung allerdings tatsächlich als neuer Gesetzesentwurf in Betracht gezogen wird, ist noch unklar.


© Foto: Tourism Victoria 
Quelle: abc.net.au, Morgenpost, RP Online

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