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Lake Eyre in Süd-Australien läuft wieder voll

Verfärbung des Wassers des Lake Eyre, Photograph: Grant Hunt

Australiens größter Salzwassersee wieder in seiner vollen Pracht

Die Natur lebt auf

Ein See wie jeder andere? Nein, sicher nicht! Denn der Lake Eyre hat selten Wasser. Wenn es dann aber kommt, dann wird Australiens größter See zu einem Touristenmagneten. Mitten in einer unwirklich kargen Landschaft, die die meiste Zeit des Jahres vor allem durch das Rot der Erde und karge Büsche geprägt ist, sammelt sich oberhalb der Salzkalkschicht des Seebodens das Regenwasser. Auch die Flüsse, die den See speisen, führen plötzlich wieder Wasser. Es kommt zu einem ungewöhnlichen Farbspiel, denn der See verfärbt sich in gelben, grünen und blauen Tönen. Hinzu kommt noch die Natur am Ufer und in der Umgebung des Sees, die mitten im Sommer auflebt. 
 

Der Kati-Thanda Lake

Der See, der in der aborigenen Sprache Kati-Thanda heißt, liegt im ariden Norden Südaustraliens. Dort ist der Niederschlag im Durchschnitt geringer, als die Verdunstung, weswegen es in diesem Salzsee nur selten und vor allem wenig Wasser gibt. Fällt in der Region oder im Einzugsgebiet eines der Zuflüsse Regen, so sammelt sich dieses im See. Da sich am Seeboden über Jahrtausende eine Salzkalkschicht gebildet hat, kann das Wasser nicht versichern. Durch die hohe Sonneneinstrahlung verdunstet es in den kommenden Wochen nach und nach. Die Regenfälle der vergangenen Wochen sind eine untypische Erscheinung und können dazu führen, dass der See auf bis zu 9.690 km² Fläche anwächst.
   

Ein Bild, das sich dem Betracher gewöhnlicher Weise vom Lake Eyre bietet: kein Wasser, dafür der weite Blick über die Salzkalkschicht des Seebodens (hier Lake Gairdner), Photograph: Adam Bruzzone

Ein Bild, das sich dem Betracher gewöhnlicher Weise vom Lake Eyre bietet: kein Wasser, dafür der weite Blick über die Salzkalkschicht des Seebodens (hier Lake Gairdner) (© Foto: South Australia Tourist Commision / Adam Bruzzone)

  
Naturschönheit

Erst vor einem Jahr wurde von den größten Wassermengen im Lake Eyre seit 2011 berichtet. Damals konnten wunderbare Aufnahmen des tollen, wechselnden Farbenspiels gemacht werden.

Der William-Creek-Pilot Trevor Wright sagt, dass der See zur Zeit wieder fantastisch aussähe. Er sagt, er hätte seit mehreren Jahren nicht mehr so viel Grün in der Region gesehen, in der es in dieser Jahreszeit gewöhnlich brennt. Zuversichtlich ist Wright, dass mit ein wenig mehr Regen in den kommenden Tagen die Touristensaison 2016 ein voller Erfolg wird. Hier geht es zur Fotostrecke des Australian zum Thema Lake Eyre. 
   

Flutwarnung

Das Bureau of Meteorology hat eine Flutwarnung für die nordöstlich des Eyre Sees gelegene ländliche Region herausgegeben. Da der Boden aufgrund der Sommermonate so stark ausgetrocknet ist, kann er die großen Mengen des Regenwassers nicht aufnehmen und es kommt zu Oberflächenabfluss und Flutungsgefahr. Einige Straßen sind gesperrt. Teile des Birdsville und Strzelecki Tracks, sowie des Oodnadatta Tracks sind betroffen.

Besonders wichtig ist bei plötzlichen Starkregenfällen oder auch andauerndem Regen das richtige Verhalten. Das Naturschauspiel kann man natürlich ansehen und genießen, es besteht auch nicht der Bedarf Regionen zu meiden, doch sollte man sich nicht unnötig in Gefahr bringen. Man sollte vermeiden, zu schnell auf nassen Fahrbahnen zu fahren und vor Pfützen, deren Tiefe nicht abzuschätzen ist, abzubremsen. Außerdem wird davon abgeraten in Gewässern zu baden, die stärkere Strömungen haben können, als man es erwarten würde.


Quellen: ABC news 19.01.2015 und 2.01.2016
© Fotos: South Australia Tourist Commision, Photographen: Grant Hunt und Adam Bruzzone

Autor/in des Artikels

Julia Prudzynska

Welchen konkreten Nutzen ein halbjähriger Trip quer durch Australien nach dem Abitur haben kann, stellt sich manchmal auch nach fünf Jahren heraus: Nach abgeschlossenem Geographie- und Geschichtsstudium schließt sich der Kreis und die Erinnerungen erwachen, Empfehlungen können ausgesprochen und neue Reisepläne geschmiedet werden, denn es gibt noch so viel mehr zu entdecken.

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