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Notruf in Flaschenpost entpuppt sich als schlechter Scherz

von am 13. Januar 2016

In New South Wales in Australien fanden Camper kürzlich eine Flaschenpost, welche einen Notruf zweier Schiffbrüchiger enthielt. Nach ausgiebigen Recherchen der örtlichen Polizei stellte sich heraus, dass jemand sich einen fahrlässigen Streich erlaubt haben muss.

© Foto: Greens MPs (Lizenz:CC BY-NC-ND 2.0)

Man stelle sich vor, man campt an einem Strand in Australien, streift unbedarft am Meer entlang und genießt seinen Urlaub. Plötzlich blitzt einen aus der Ferne etwas an. Verwundert und neugierig nähert man sich dem leuchtenden Etwas und findet eine Glasflasche.

Mal wieder Müll am Strand, nichts besonders Aufregendes, mag man zuerst denken. Bis der Zettel in der Flasche auffällt.
Eine Flaschenpost, doch gar kein gewöhnlicher Strandmüll!

Doch beim Öffnen und lesen dieser Flaschenpost müsste einem die Freude ganz schnell vergehen. “SOS” steht oben auf dem Notizzettel, der offizielle Notruf Gestrandeter und Verschollener auf hoher See. Ein Hilferuf zweier augenscheinlich hilfsbedürftiger Personen befindet sich in der angespülten Flasche.

Was sich anhört wie ein Robinson Crusoe Verschnitt, ist Campern in Potato Point Beach in New South Wales tatsächlich passiert.

Am Montag, den 02. Januar fanden sie die angespülte Flaschenpost und taten sofort das einzig Richtige: Sie riefen die Polizei.

Auf dem Blattfetzen steht abgesehen vom offiziellen Notruf “SOS” geschrieben, dass Jenny Escabor und Nice Smithson mit Nahrungsvorräten für wenige Tage und mit wenig Trinkwasser auf einem Boot ohne Treibstoff festsäßen. Außerdem eine Angabe der letzten verfügbaren Koordinaten und die Worte “sendet Hilfe” und “ängstlich”.

Die Polizei setzte so schnell es ging einen Rettungshubschrauber ein, der die fragliche Zone über eine Stunde lang nach Auffälligkeiten absuchte.

Doch kein Zeichen für einen Schiffbruch tat sich auf. Keine Trümmer, kein Boot in Not und keine Menschen im Wasser. Auch das Peilgerät, welches Notrufsignale aufspüren soll, vermerkte keinerlei Vorfälle.
Abgesehen davon wurde auch niemand vermisst gemeldet.

Nicht zuletzt, dass vorhandene Trümmer längst am Strand angespült worden wären, deutet darauf hin, dass sich ein Verantwortungsloser in der Umgebung einen dummen Streich erlaubt hat.

Dennoch tat die örtliche Polizei weiterhin alles, um nichts zu übersehen. Die angegebenen Namen auf der Flaschenpost wurden in allen verfügbaren Polizeiregistern gesucht, doch es gab keine Treffer. Weder auf Google und sozialen Netzwerken, noch beim Zoll und der Einwanderungsbehörde tauchte einer der Namen auf.

Nachdem es keinerlei Fortschritte mehr bei den Ermittlungen gab und die Polizei sich absolut sicher war, dass sie hinters Licht geführt wurde, wurden sie eingestellt.

Es war gewiss abzusehen, dass es sich bei der Flaschenpost um einen Schwindel handelt, da es heutzutage äußerst unüblich für Bootsführer ist, ein solches SOS-Signal zu senden.
Dennoch nahm die Polizei die Sache absolut ernst, um sicherzugehen, dass niemand in Gefahr schwebt.

Selbstverständlich steht die Erleichterung über den Ausgang dieses Falls im Vordergrund. Den Beamten war es sicher lieber, gar nichts zu finden, als Tote oder Verletzte.
Es bleibt dennoch ein bitterer Nachgeschmack haften, da die Suche, vor allem wegen des Helikopters, ca. 4500 A$ kostete. Außerdem bestand durchaus die Möglichkeit, dass der Hubschrauber anderswo gebraucht worden wäre, während sein Pilot über dem Ozean nach nicht vorhandenen Schiffbrüchigen suchte.

Alles in allem ist es eine fahrlässige und vollkommen unnötige Aktion, einen blinden Notruf zu senden. Leider ist es nicht so leicht für die Polizei, den anonymen Täter ausfindig zu machen, weshalb er vermutlich ungeschoren davonkommt.


Quelle: www.abc.net.au

© Foto: Greens MPs (Lizenz:CC BY-NC-ND 2.0)

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