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Hitzerekord im Herbst sorgt für Diskussionen

von am 21. März 2016

In Australien geht es im Augenblick im wahrsten Sinne des Wortes heiß her, denn das Land erlebt gerade einen herbstlichen Hitzerekord mit Höchsttemperaturen allerorten. Umweltexperten warnen vor den Auswirkungen des Klimawandels und fordern ein Umdenken in der Energiepolitik.
 

Abkühlung im Wasser© Foto: Let’s Go Surfing

 
Die maximalen Temperaturen in den ersten vier Tagen des Monats März lagen vier Grad über der Durchschnittstemperatur, im Südosten liegen die Temperaturen sogar acht bis zwölf Grad über dem Durchschnitt, in Sydney war es an 39 Tagen am Stück wärmer als 26 Grad und Perth hatte bereits mehr Tage mit einer Temperatur von 40 Grad als jemals zuvor – das sind nur einige der Rekorde, die die augenblickliche Hitzewelle in Australien aufgestellt hat.

Tim Flannery, Mitglied des australischen Klimarats, bezeichnet die Temperaturentwicklungen der letzten Monate als „beispiellos“ und die Untätigkeit der australischen Regierung in den drei Monaten seit dem UN-Klimagipfel in Paris als „ziemlich schändlich“.

„Hier ist in drei Monaten nichts passiert, stattdessen erfahren wir, dass die Emissionswerte aufgrund der Verbrennung fossiler Brennstoffe gestiegen sind“, so Flannery weiter. Der Staat und die Landesregierungen müssten nun Maßnahmen ergreifen, um die Umweltverschmutzung zu stoppen.
 

hohe Buschfeuergefahr© Foto: Laura Kluth

 
Für Klimarats-Chefin Amanda McKenzie sind die hohen März-Temperaturen die Folge des Klimawandels, den Australien jetzt zu spüren bekomme. Gleichzeitig warnt sie vor einer noch stärkeren Erderwärmung: „Die globale Erderwärmung liegt im Moment nicht einmal bei einem Grad und wir sehen uns schon mit solch massiven Auswirkungen konfrontiert. Am Ende des Jahrhunderts könnte die globale Erwärmung bei 4 bis 6 Grad liegen, und das wollen wir uns nun wirklich nicht vorstellen.“

Laut McKenzie bleibe Australien bei den Investitionen in erneuerbare Energien im internationalen Vergleich hinter anderen Nationen zurück und halte zu stark an den fossilen Brennstoffen fest. „China und Deutschland schreiten auf diesem Gebiet voran, die U.S.A haben ein Moratorium für neue Kohleminen angeordnet“, so die Vorsitzende des Klimarats, die sich mit Blick auf die erneuerbaren Energien des australischen Potentials – mit all den vielen Sonnenstunden und den windigen Bedingungen in weiten Teilen des Landes – durchaus bewusst ist.

„In diesem Bereich sollten wir eigentlich besonders herausragen, aber das tun wir nicht“, so McKenzie weiter.

Die Auswirkungen des Klimawandels treffen auch die Tourismusbranche des Landes immer nachhaltiger. Erst am Sonntag hatte Umweltminister Greg Hunt die Gefahrenlage für das Korallensterben von Stufe zwei auf Stufe drei erhöht, nachdem er über die Riffe von Lizard Island, nördlich von Cairns, geflogen war.

Nur eine Woche zuvor hatte bereits die Parkverwaltung des Great Barrier Reef Marine Parks die Gefahrenlage für das Korallensterben ebenfalls um eine Stufe erhöht, nachdem ein weitreichendes Korallensterben festgestellt worden war.
 

© Foto: Tourism & Events Queensland

 
Es bleibt nur zu hoffen, dass die australische Regierung den Ernst der Lage erkennt und schon bald eine Wende in der Energiepolitik einleitet. Denn es wäre schade, wenn Naturparadiese wie das Great Barrier Reef, das so einzigartig ist und zu den schönsten Flecken Australiens zählt, durch die zunehmende Erderwärmung weiter Schaden nehmen und unwiederbringlich zerstört werden.

Australien kann den Klimawandel zwar nicht alleine bekämpfen, aber es muss seinen Teil dazu beitragen.


Quelle: news.com.au
© Fotos: Let’s Go Surfing, Laura Kluth, Tourism & Events Queensland

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