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Sydney: Airbnb fast so teuer wie Hotels

von am 24. März 2016

Eine neue Studie hat ergeben, dass in Australien die Preisdifferenz zwischen privaten Airbnb-Angeboten und vergleichbaren Hotelzimmern und Apartments zu den niedrigsten weltweit gehört.

die "klassische" Lösung: Mehrbettzimmer in einem Hostel© Foto: YHA Australia

Auf der Internetseite des Unternehmens Airbnb können Privatpersonen aus aller Welt ihre Wohnungen oder Häuser an Fremde vermieten. Die Webseite Busbud verglich für ihre Studie nun die Preise von 222.000 gelisteten Airbnb-Angeboten in 22 Städten weltweit mit denen für Hotelzimmer und Apartments  in der jeweiligen Stadt.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass in London, Paris, Berlin, Wien oder New York der durchschnittliche Preis für ein Hotelzimmer gut doppelt so hoch ist wie der für ein entsprechendes Airbnb-Angebot.

In Sydney hingegen, die einzige australische Stadt in der Untersuchung, lag die Preisdifferenz nur bei gut 30 Prozent. Hier kostete ein Hotelzimmer im Schnitt $247 und eine Airbnb-Unterkunft $197 pro Nacht.

einen Pool haben die meisten Airbnb-Unterkünfte nicht© Foto: YHA Australia

Der Vorsitzende der Association of Accommodation of Australia (AAA), Richard Munroe, weist darauf hin, dass private Airbnb-Unterkünfte keineswegs automatisch günstiger als Hotels und letztere zudem immer mit Notausgängen und Feuerlöschern ausgestattet seien: „Airbnb ist nicht immer billiger. In Hotels und Motels bekommt man für sein Geld auch Zusätzliches geboten wie Sicherheitsvorkehrungen und i.d.R. mehr Einrichtungen als bei einem Airbnb-Apartment.“

„Gerade in den angesagtesten Stadtvierteln, wie den östlichen Vororten von Sydney, sind Airbnb-Unterkünfte oftmals teurer als Hotels oder Motels“, so Munroe weiter. Zu diesen „angesagten Vierteln“ zählt vor allem Bondi Beach, wo es über 1000 Airbnb-Angebote gibt. Im angrenzenden Tamarama ist bereits jede fünfte Wohnung bzw. Haus auf der Webseite des Unternehmens gelistet.

Den Hauptgrund für die niedrigere Preisdifferenz zwischen Hotels und Airbnb-Angeboten im Vergleich zu anderen Metropolen sieht Munroe in der Tatsache begründet, dass in Sydney häufig komplette Häuser angeboten werden. In anderen Städten hingegen würden Wohnungen, die man sich mit den Besitzern teilt, und Gästezimmer eine größere Rolle spielen.

Frühstücksbuffet in einem Hotel© Foto: Sabine Hopf

Laut Daten der AAA liegen die meisten der in Sydney angebotenen Airbnb-Unterkünfte preislich zwischen $140 und $160 pro Nacht, was in etwa dem Preis eines Zimmers in einem Drei-Sterne-Hotel entspricht.

Sam McDonagh, Manager bei Airbnb Australia, äußert sich zu den Preisen wie folgt: „Die Gastgeber legen ihre eigenen Preise fest und der Markt entscheidet letztlich, ob diese fair sind.“

Eine Sprecherin der Hotelbuchungs-Webseite Wotif.com gibt außerdem zu bedenken, dass man in privaten Unterkünften mit einigen Dingen, die in vielen Hotels zum Standard gehören, wie kostenloses Frühstück oder Parkmöglichkeiten, nicht rechnen könne.

Munroe empfiehlt Reisenden daher generell, sich nicht ausschließlich auf angeblich per se günstigere Airbnb-Angebote zu verlassen und genau zu vergleichen, welche Einrichtungen ihnen in einer Airbnb-Unterkunft bzw. in einem Hotel oder Apartment zur Verfügung stünden und auf dieser Grundlage eine Kosten-Nutzen-Rechnung zu machen.   

Ganz vorne liegt Sydney allerdings nicht, was die Preisdifferenz zwischen Airbnb-Unterkünften und Hotels angeht, so sind z.B. in San Francisco und San Diego Hotels im Schnitt günstiger als Angebote bei Airbnb.

Den Spitzenplatz aber nimmt eine europäische Metropole ein: In Barcelona liegen die durchschnittlichen Preise für eine Airbnb-Wohnung ganze 81 (!) Prozent über denen der Hotels und Motels der Stadt. Wer sich hier für Airbnb entscheidet, kann mit Sicherheit kein Geld sparen.

Von diesen Verhältnissen ist Sydney zwar noch weit entfernt, dennoch sollten sich Besucher der Stadt bewusst sein, dass Airbnb in vielen Fällen nicht viel günstiger ist als ein vergleichbares Hotelzimmer, gerade in beliebten Gegenden. Hotels bringen zudem oftmals noch weitere Annehmlichkeiten mit sich, an die man im ersten Moment vielleicht gar nicht unbedingt denkt (Frühstück, Parkmöglichkeiten, Sicherheitsvorschriften, Pool etc.).

All dies gilt es bei der Wahl der passenden Unterkunft zu bedenken. Wem am Ende sowohl die Airbnb-Unterkunft als auch das Hotel zu teuer ist, dem bleibt zu guter Letzt immer noch das klassische Hostel, das weniger Komfort bietet, aber preislich von beiden nicht zu schlagen ist und Kontakt zu anderen Reisenden garantiert.


Infos zu Backpacker Hostels
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Quelle: news.com.au 
© Fotos: YHA Australia, Sabine Hopf

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