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Nach heftigen Bränden: Esperance schlecht für Buschfeuer gerüstet

von am 29. März 2016

In Australien kommt ein unabhängiger Bericht über die Buschfeuer in Esperance, die letzten November auf einer Farm vier Todesopfer gefordert hatten, zu dem Ergebnis, dass die Region schlecht für Buschfeuer gewappnet sei.

verkohlte Bäume nach einem Waldbrand© Foto: Laura Kluth

Während es in anderen Staaten wie Victoria oder New South Wales ebenfalls häufig zu Buschbränden kommt und diese i.d.R. von den jeweiligen Einsatzkräften ohne größere materielle oder persönliche Schäden unter Kontrolle gebracht werden können, waren die verantwortlichen Behörden und Einsatzkräfte während der verheerenden Buschbrände in Esperance letzten November offenbar überfordert, sodass es letztlich sogar Tote gab.

Auch Monate nach der Katastrophe stellt ein unabhängiger Untersuchungsbericht der Ereignisse den Verantwortlichen kein gutes Zeugnis aus und zeigt, wie unvorbereitet die Region auf die Buschfeuer war. Der Bericht der Nous Group bescheinigt dem Department of Fire and Emergency Service (DFES) zwar, angesichts der schwierigen Bedingungen die Situation im November generell „gut gehändelt“ zu haben. Gleichzeitig macht er aber auch deutlich, dass es erhebliche Defizite bei der Bekämpfung von Buschfeuern in abgelegenen Gegenden wie der Region um Esperance gibt.

Die Abgelegenheit der von den Buschfeuern betroffenen Gebiete habe dazu geführt, dass praktisch keine Ressourcen verfügbar gewesen seien, die freiwilligen Helfern zur Verfügung gestanden hätten. Außerdem hätte es zu lange gedauert, bis die vorhandenen Ressourcen dann letztlich doch eingesetzt werden konnten, weil die Feuer sich bis dahin schon stark ausgebreitet hatten.

Zusätzlich sei das Einsatzteam des IMT (Incident Management Team) zu schlecht ausgestattet gewesen, als die Buschfeuer sich ausweiteten.

Die Nous Group stellt zudem den offiziellen Einsatzbericht des DFES infrage und kommt zu der Erkenntnis, dass die Organisation der Bekämpfung der Buschfeuer von Esperance unter Fehlern in der internen Kommunikation gelitten habe und zudem von unerfahrenen Mitarbeitern erschwert worden sei. Prozedurale Verzögerungen bei der Feuerbekämpfung hatten etwa in Crown Land zu Frust bei Farmern und Freiwilligen geführt.

Buschfeuer© Foto: Nicole Pfeifer

„Einige Dienststellen waren nicht in der Lage, Informationen zu teilen und daher hat man etwas den Überblick über die Buschfeuer im Staat und die erforderlichen Ressourcen für ihre Bekämpfung verloren. Im Gegensatz dazu haben die regionalen Behörden gut zusammengearbeitet, um die Feuer zu bekämpfen“, so der Bericht der Nous Group weiter.

Allerdings könne das DFES nur zum Teil für den schlechten Informationsfluss verantwortlich gemacht werden, da das komplette Mobilfunknetz im Feuergebiet zusammengebrochen war und die Kommunikation daher schwierig gewesen sei.

Zum Abschluss empfiehlt der Bericht neben erhöhten Ressourcen in abgelegenen Gebieten dem bundesstaatlichen DFES eine engere Zusammenarbeit mit dem Department of Parks and Wildlife sowie mit lokalen Regierungsbehörden und Gemeinden, um deren Erfahrungen und Wissen im Umgang mit Buschfeuern künftig besser nutzen zu können.

Bei den verheerenden Buschfeuern in Esperance und in den angrenzenden Gemeinden Scaddan, Grass Patch und Cascade waren Mitte November vier Menschen, ein Farmer und drei Backpacker, darunter auch eine Deutsche, ums Leben gekommen.

Derzeit besteht wieder eine erhöhte Gefahr für Buschfeuer, da Australien augenblicklich mit einer Rekordhitze im Herbst zu kämpfen hat.


Zu diesen Themen siehe auch folgende Beiträge:


Quelle: abc.net.au
© Fotos: Laura Kluth

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