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Eltern von Schülern im Outback fordern mehr Geld vom Staat

von am 8. April 2016

In Australien fordern Familien, die in abgelegenen Gegenden im Outback wohnen, eine Anhebung der staatlichen Unterstützungsgelder für den Internatsbesuch ihrer Kinder. In den letzten Jahren mussten die Familien die Internatskosten zunehmend aus eigener Tasche bezahlen.

RV-Class-762© Foto: Rubina Varago

Familien, die in entlegenen Regionen ohne weiterführende Schule in der näheren Umgebung wohnen, haben ein Anrecht auf eine finanzielle Unterstützung vom Staat, um ihre Kinder auf ein Internat schicken zu können.

Anspruchberechtigte Familien können gemäß des Assistance for Isolated Children Scheme bislang $10.000 Internatsbeihilfe pro Jahr und Kind beim Staat beantragen.

Die Isolated Children’s Parents‘ Association (ICPA) fordert nun aber eine Erhöhung dieser Summe, da immer weniger Familien die steigenden Internatskosten noch bezahlen können.

Laut ICPA schwankten im letzten Jahr die Internatskosten zwischen $17.000 und $20.000 pro Kind exklusive des Schulgeldes, das separat bezahlt werden muss.

ICPA Präsidentin Wendy Hick sagte, dass diese Summen für einige Familien allmählich nicht mehr bezahlbar seien, die Kinder aber weiterhin auf das Internat gehen müssten, da es in ihrer Region nun einmal keine High School gebe.

„Manche Eltern sind mit ihrem Latein am Ende. Sie wissen nicht mehr, wie sie die Schulbesuchspflicht gewährleisten können, wenn sie die Kosten dafür aus eigener Tasche bezahlen sollen“, so die Vorsitzende der Elternvereinigung.

Hick fordert daher eine deutliche Anhebung des staatlichen Fördersatzes: „Weitere $4000 wären nur die Grundlage, um die Kluft zwischen Internatsbeihilfe und tatsächlichen Internatskosten zu schließen. Diese Kluft ist mittlerweile so groß geworden, dass es einer erheblichen Anpassung des Fördersatzes bedarf.“

Sozialminister Christian Porter wollte sich bislang nicht zu der Angelegenheit äußern, ein Sprecher verkündete aber, die Regelung zur Internatsbeihilfe sei „großzügiger“ als andere Zahlungen zur sozialen Sicherung.

Grund zur Freude haben hingegen ländlich wohnende Studierende. Diese haben seit diesem Jahr im Falle eines Vollzeit-Studiums nämlich die Möglichkeit, mittels der Federal Government Youth Allowance $8000 staatliche Unterstützung zu erhalten.

In früheren Jahren wurde bei der Anspruchberechtigung der Youth Allowance Fördergelder überprüft, wie groß der Besitz der den Antrag stellenden Familie ist. Das hatte zur Folge, dass viele Kinder, deren Eltern zwar wenig Geld, aber dafür Besitz in Form von Grundstücken etc. hatten, von der Förderung ausgeschlossen wurden.

Mit der Neuregelung können nun auch Kinder studieren, deren Eltern nicht in der Lage sind, die Gebühren für die Universität aufzubringen.

Auch die 17-jährige Sophie Twidale aus Millmerran in der Nähe von Brisbane wird von der neuen Regelung profitieren.

„Diese Regelung wird so sehr helfen. Meine Eltern müssen noch die Internatskosten für drei weitere Kinder übernehmen, das wird nicht einfach. Ich will so viel Last wie möglich von ihnen nehmen“, so Twidale, die nach ihrem Studium gerne im ländlichen Raum arbeiten möchte.

ICPA Präsidentin Hick begrüßt die Neuregelung bzgl. der Youth Allowance Fördergelder, betont aber auch die Notwendigkeit höherer Fördergelder für Kinder auf Internaten, damit künftig mehr junge Menschen denselben Weg wie Sophie einschlagen können.

Der Ball liegt nun bei der Regierung und Sozialminister Porter, auf die Forderungen der ICPA zu reagieren.


Quelle: ABC
© Foto: Rubina Varago

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