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19-Jähriger von Krokodil attackiert

von am 25. April 2016

In Australien musste ein 19-Jähriger Mann in ein Krankenhaus in Katherine im Northern Territory eingeliefert werden, nachdem er in seinem Zelt von einem Krokodil angegriffen worden war.

IK-Koorona-Krokodil_800© Foto: Inga Kleinemeyer

Der 19-Jährige befand sich auf einem Campingausflug mit seiner Familie in Palm Creek nahe Bradshaw, als sich um halb fünf in der Früh ein Krokodil seinem Zelt näherte und ihn in den rechten Fuß biss.

Der junge Mann konnte sich aus dem Kiefer des Reptils befreien, woraufhin dieses zurück ins Wasser schnellte. Die Eltern brachten ihren Sohn anschließend sofort in das ca. zweieinhalb Stunden entfernte Krankenhaus in Katherine, wo die Bisswunden behandelt und dem 19-Jährigen Antibiotika gegen eine Entzündung derselbigen verabreicht wurden.

„Es ist keine schlimme Verletzung, er hat wirklich großes Glück gehabt“, so die Sprecherin der Gesundheitsbehörde, Gail Liston.

Bereits Anfang des Monats forderte die Bürgermeisterin von Katherine, Fay Miller, eine „kontrollierte Eliminierung“ des Krokodilbestandes, nachdem in der näheren Umgebung der Stadt Krokodile an zwei beliebten Badestellen gesehen worden waren: Am 13. April wurde ein 2,8 Meter langes Exemplar an der Low Level Brücke gefangen, eine Woche zuvor ein 2 Meter langes Reptil in Bitter Springs im Elsey National Park gesichtet.

Der Elsey National Park zieht viele Besucher an, allein im letzten Jahr waren es 164.000. Die Nachricht von dem Krokodil in Bitter Springs habe Miller „physisch krank“ gemacht, da sie selbst erst zwei Tage zuvor mit ihren Enkelkindern dort gewesen sei.

In dicht besiedelten Gebieten solle man laut Miller daher Krokodile verstärkt fangen und eliminieren.

„Wir müssen mit den Krokodilen leben, weil das auch ihr Lebensraum ist. Aber wir müssen nicht auf eine gefährliche Art und Weise mit ihnen zusammenleben“, begründet Miller ihren Vorschlag.

Zudem seien die Auswirkungen auf den Tourismus „enorm“, wenn weiterhin Krokodile an den Badestellen der Region gesichtet würden.

Der Krokodilexperte Adam Britton sieht hingegen keinen Grund, weitere Krokodile zu töten. Der Krokodilbestand habe sich inzwischen eingependelt, nachdem die Reptilien 1971 unter Schutz gestellt worden waren.

„Die Krokodile werden zwar im Durchschnitt etwas größer, aber wir haben insgesamt ein ziemlich stabiles Gleichgewicht erreicht. Wenn eine Falle ein Krokodil fängt, dann zeigt das ja, dass die Fallen funktionieren“, so Britton, der das seit den 90er Jahren laufende Programm zum Einfangen der Krokodile an touristischen Orten wie Bitter Springs für ausreichend hält.

Ob der attackierte 19-Jährige die Schutzmaßnahmen gegen Krokodile ebenfalls als „ausreichend“ einschätzt, darf bezweifelt werden. Er hatte jedenfalls großes Glück, dass der Angriff letztlich glimpflich ausgegangen ist.


Quelle: news.com.au
© Foto: Inga Kleinemeyer

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