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Gold Coast erwägt Bodenampeln für „Smartphone-Zombies“

von am 2. Mai 2016

In Australien erwägt der Stadtrat von Gold Coast, an befahrenen Straßen und Straßenkreuzungen Bodenampeln einzuführen. Auf diese Weise soll die Zahl der Unfälle von Fußgängern, die auf ihr Smartphone starren und von Straßenbahnen und Autos erfasst werden, vermindert werden.

Bodenampeln in Köln© Foto: Stephan Anemüller/KVB

Vorbild für die geplanten Bodenampeln ist die deutsche Stadt Augsburg, in der es genau wie in Köln bereits solche Bodenampeln zum Schutz der sog. „Smartphone-Zombies“ gibt.

Der Stadtrat plant, entlang der Bordsteine der belebtesten Straßen wie der Küstenstraße Lichter in den Boden einzufügen, die grün leuchten, wenn es sicher ist, die Straße zu überqueren.

Die Bodenlichter sind als Ergänzung zu den bereits bestehenden Ampeln gedacht und eine von mehreren derzeit diskutierten Maßnahmen, um die Sicherheit der Fußgänger zu erhöhen.

Paul Taylor, Stadtrat von Broadbeach, spricht sich für die Einführung der Bodenampeln aus. Die Fußgängersicherheit sei vorrangig und das deutsche Konzept eine Untersuchung wert.

Die Budgetverhandlungen im städtischen Parlament beginnen nächste Woche. Taylor hofft, dass die Bodenampeln grünes Licht bekommen.

„Es wäre großartig für diese Stadt, weil es so viele Leute gibt, die auf ihr Handy starren und es deswegen schon viele Beinahe-Unfälle gegeben hat. Die Gold Coast entwickelt sich außerdem zu einem Zentrum für Technologie und Innovation, was durch dieses Projekt nur untermauert werden würde“, unterstreicht Taylor die Sinnhaftigkeit der Maßnahme.

In Augsburg, der Stadt, die als Vorbild für die Gold Coast gilt, wurden die Bodenampeln als Reaktion auf den Tod eines Mädchens eingeführt, das angeblich mit Kopfhörern unterwegs war und zudem auf ihr Smartphone schaute, als sie von einer Tram erfasst wurde.

Dawn Crichlow, die leitende Stadtplanerin der Stadt, bringt zudem eine Änderung der bisherigen Ampelsignale ins Spiel, wie es etwa bereits in China und Japan passiert ist.

„Die andere sinnvolle Option wäre, das Ampelmännchen dahingehend zu verändern, dass es einmal geht und dann beschleunigt, um den Fußgängern zu signalisieren, dass sie jetzt laufen müssen, weil die Ampel gleich rot wird“, erläutert Crichlow das Alternativkonzept.

Die Reduzierung der Unfall- und Todeszahlen von Fußgängern ist das zentrale Ziel des kürzlich verabschiedeten Plans zur Straßensicherheit. Laut des Plans passieren in der Gold Coast 53 Prozent aller Unfälle innerhalb eines Kilometers vom Küstenstreifen.

„Natürlich würden wir uns wünschen, dass die Leute mehr achtgeben. Die Wahrheit aber ist, dass sie süchtig nach ihren Mobilgeräten sind und immer öfter nicht mehr geradeaus gucken“, sagt Russell White, Vorsitzender der Stiftung Verkehrssicherheit, der die Idee der Bodenampeln befürwortet.

Doch ob diese das Problem wirklich lösen? Denn wer eine nahende Straßenbahn nicht bemerkt, der nimmt wahrscheinlich auch keine blinkenden Lichter auf dem Boden wahr, wenn sein Blick ausschließlich dem Display seines Smartphones gilt.

Am besten wäre es, wenn die Leute ihrer Umgebung wieder etwas mehr Aufmerksamkeit schenken würden, damit fatale Kollisionen von Fußgängern mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Autos nicht zum Normalfall werden.


Quelle: news.com.au
© Foto: Stephan Anemüller/KVB

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