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Schlechtes Netz im australischen Outback

von am 22. Juni 2016

Fast die Hälfte der Australier, die in ländlichen Gebieten leben, bewertet ihr Internet als sehr schlecht und nicht ausreichend. Das hat eine Umfrage der Universität von Canberra aufgedeckt.

Bei der jährlich durchgeführten Studie über regionales Wohlergehen wurden 13.000 Australier, die außerhalb von Hauptstädten leben, befragt und diese haben ihre Sorge darüber geäußert, dass schlechtes Internet die regionale Ökonomie beeinträchtigt.
 

© Foto: Jana Nollmann / Reisebine

Laut Dr. Jacki Schirmer, Leiterin der Studie, gaben 48% der Befragten an, dass ihr Internet nicht ausreichend sei oder nicht ihren Erwartungen entspräche. Hingegen haben 37% angegeben, dass ihre Internetverbindung „okay“ oder „gut“ sei. „Die meisten Befragten tendieren aber eher zu „okay“. Sie sagen nicht, es wäre gut. Die Befragten wollen damit ausdrücken, dass es für ihre Ansprüche genügt,“ sagt Dr. Schirmer.

„Wir verstehen aber auch die Bedeutung dahinter“, berichtet DR. Schirmer weiter, „denn wir fragen die Leute auch danach wie es ihrer Gemeinde allgemein geht.“ „Wenn Menschen berichten, dass sie eine gute Internetverbindung haben, berichten sich gleichzeitig auch von besseren ökonomischen Bedingungen in ihrer Gegend. Es gibt besser Jobs und die Geschäfte laufen besser,“ so Schirmer.

In abgeschiedenen Gegenden mit einer geringen Bevölkerungsdichte kann man diesen Effekt ebenfalls sehen. Haben die Menschen in diesen Gegenden guten Internetzugang, sehen sie ihre eigenen Zukunft und der Zukunft der Gemeinde positiver.

Schlechtestes Internet in den ländlichen Gebieten von NSW und Queensland

Menschen, die im ländlichen NSW leben, waren laut der Umfrage mit ihrem Internet am unzufriedensten, dicht gefolgt von Queensland. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Umfragedaten im Oktober 2015 gesammelt wurden. Also bevor diese Gebiete mit dem Breitbandnetz des neuen „Sky Muster – Satelliten“ verbunden wurden. Dennoch ist Schirmer überrascht, dass gerade NSW ganz oben auf der Liste steht. Doch bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass es große Entfernungen zwischen den Gemeinden und Dörfern im Westen von NSW gibt und diese nur eine sporadische Netzabdeckung haben.  

Die größte Zufriedenheit mit der Internetverbindung in ländlichen Gebieten gibt es in Tasmanien. Dieser Bundesstaat war auch der erste, der ländliche Gebiete mit dem Breitbandnetz ausgestattet hat.

Dr. Schirmer erklärte außerdem, dass eine schlechte Internetverbindung die technischen Möglichkeiten beeinträchtigt, um die Lücke in der Gesundheitsvorsorge zwischen ländlichen und städtischen Australiern schließen zu könnte.

Aus dem Gesundheitssektor ist immer wieder zu hören, dass spezielle medizinische Services auch in ländliche Gegenden gebracht werden könnte, indem sie Telemedizin oder elektronische Gesundheits-Services benutzen wie Live-Chats oder Skypen mit dem behandelten Arzt. Allerdings geht das nicht ohne eine gute Internetverbindung. So sind Menschen, die regelmäßig eine spezielle medizinische Versorgung benötigen, oft dazu gezwungen in eine größere Stadt ziehen.

Farmer berichten über die schlechteste Internetverbindung

Die Umfrage der Canberra University zeigt auch, dass Australiens abgelegen lebende Viehzüchter die schlechteste Internetverbindung von allen ländlich lebenden Australiern haben.

Gleichzeitig nutzen Forschungs- und Anbauorganisationen das Internet und Videos, um ihre neuesten Informationen zu verbreiten. Für Farmer mit langsamem, unzuverlässigem oder eingeschränktem Internet ist es allerdings schwierig diese Quellen zu nutzen.

„Die Farmer werden darauf hingewiesen,“ sagt Dr. Schirmer, „dass sie neue, Internet basierende Technologien nutzen sollen, um ihre Produktivität und Effektivität zu verbessern, aber ihre Internetverbindung erlaubt es ihnen nicht, das zu tun.“ Viele Farmer und Menschen aus ländlichen Gegenden sind sehr frustriert über die Langsamkeit des Internets und befürchten, dass sich in naher Zukunft nicht viel ändern wird, aber Dr. Schirmer hofft, dass sie mit ihrer Umfrage mehr und mehr Leute auf dieses Problem aufmerksam machen kann und sich in ein paar Jahren doch etwas zum besseren ändert.


Quelle: www.abc.net.au
© Foto: Jana Nollmann / Reisebine

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