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Wie tolerant ist Australien? – Für eine bunte Vielfalt Down Under

von am 29. August 2016

Die multikulturelle Vielfalt ist eines der prägendsten Merkmale Australiens. Einem Bericht der Scanlon Foundation zufolge scheint genau diese bunte Seite des Kontinents durch wachsende Vorurteile gefährdet.
 

© Foto: Clara Wiegand

Als eine multikulturelle Nation heißt Australien jährlich um die 190.000 Menschen in seinen Reihen willkommen. Trotz erfolgreicher Integration hält die Diskriminierung Einzug in den Alltag.

Um die Ursachen dafür zu erkennen, führte die Scanlon Foundation, eine Organisation die sich für den gemeinsamen Zusammenhalt einsetzt, nun die größte Umfrage in diesem Rahmen durch. Insgesamt wurden landesweit 10.000 geborene Australier wie auch Australier mit Migrationshintergrund befragt. Ihre Ergebnisse veröffentlichte sie in dem Bericht Australia Today.
 

Statistiken warnen vor zunehmender Intoleranz
 

Die Umfrage ergab ein relativ befriedigendes Resultat. Zufriedenheit über die eigene Lebenslage ließ sich bei beiden Gruppen – der einheimischen sowie der immigrierten Bevölkerung – feststellen. Eine weitere Verbindung besteht ebenfalls im Wunsch nach Frieden und Demokratie. Damit wären die Grundbausteine für einen gemeinsamen Zusammenhalt gegeben, dennoch sind Vorurteile vorhanden, die diesen Schritt erschweren.

Andrew Markus, Professor an der Monash University in Melbourne und Betreuer der Umfrage, betont die schockierende Bilanz einer wachsenden Diskriminierung gegenüber der dunkel-häutigen Bevölkerung. Besonders davon betroffen sind Menschen aus afrikanischen Herkunftsländern südlich der Sahara, speziell dem Südsudan. Laut dem Bericht haben sich allein in den letzten 12 Monaten 77% der südsudanesischen Immigranten diskriminiert gefühlt, mehr als die Hälfte davon von der Polizei.

Diese erschreckenden Zahlen können auch von Bright Chinganya, dem Direktor der Carers of Africa einer Non-Profit-Organisation, bestätigt werden. Die „besondere“ Behandlung fängt bei gehäuften Straßen- und Verkehrskontrollen an, kann aber auch schon mal zu Verdächtigungen ohne Beweislage führen.

Auch die Kleinen sind davon nicht ausgenommen. Ob in der Schule oder in der Freizeit, eine distanzierte Haltung von Gleichaltrigen können auch sie spüren.
In der indigenen und muslimischen Bevölkerung finden ähnliche Beobachtungen statt.

Aber auch neuseeländische Einwanderer müssen sich mit heftigen Vorurteilen auseinandersetzen, da sie für viele Australier eine hohe Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt darstellen.
 

Wegsehen hilft nicht – die Verantwortung liegt bei uns
 
Die Alarmglocken läuten und es muss gehandelt werden. Die Bildung und ein aktiver Austausch stehen als Lösungsansatz an vorderster Stelle.

Bright Chinganya setzt auf gemeinschaftliche Aktivitäten oder kommunale Zentren, die ein Zusammenkommen und Kennenlernen ermöglichen. Um sich damit auseinandersetzen zu können, darf man nicht wegsehen. Im Zeitalter des Internets und der globalen Kommunikation sollte es daher ein leichtes sein, die Aufmerksamkeit der Gesellschaft dafür zu gewinnen und zur Aufklärung beizutragen.

Andrew Markus beobachtet in der medialen Kommunikation, wie zum Beispiel den sozialen Netzwerken, ein gesellschaftliches Umdenken, da die Grenzen dadurch verschwimmen. Jetzt liegt es daran die Grenzen in unseren Köpfen zu sprengen, denn schließlich sind wir alle Menschen. Es spielt keine Rolle, woher wir kommen oder wohin wir gehen. Solange wir uns das bewusst vor Augen führen, können wir uns zusammen für eine vorurteilsfreie und humane Welt einsetzen.


© Foto: Clara Wiegand
Quellen: theguardian.com (24.08.; 24.08.),  scanlonfoundation.org.au, carersofafrica.com.au

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