Panorama

Überall auf der Welt zu Hause – das Leben im Van

von am 7. Oktober 2016

„Home is where you park it“. Das Van-Leben erlebt eine Revolution, denn es verbindet einen günstigen Lifestyle mit dem absoluten Freiheitsgefühl und der Möglichkeit die ganze Welt zu bereisen. Doch was macht es so attraktiv, an keinem Ort der Welt wirklich zu Hause zu sein und anzukommen?
 

 
Seit den sechziger Jahren reisen Menschen in Vans über die gesamte Erdkugel. Hierbei geht es um den relaxten Lifestyle, das Freiheitsgefühl, das Kennenlernen neuer Kulturen und das Abenteuer. Dieses Erlebnis kann jeder haben: man muss nicht reich sein, nicht mal einen eigenen Van muss man besitzen, denn beinahe überall kann man sich einen mieten.

Vor einigen Jahren gründete der Australier Jonny Dustow zusammen mit seiner Frau Jess die „Vanlife Diaries“-Bewegung. Die digitale Community wächst seither stetig und über eine viertel Million Mitglieder teilen auf instagram und ihrer Webseite ihre Geschichten und Bilder über das Leben in einem Van.

Was oft mit kurzen Ausflügen am Wochenende anfängt  wird zu der Idee eines neuen Lebens. Alles Hab und Gut verkaufen oder einlagern und einen Van kaufen oder einen nach seinen eigenen Wünschen umbauen. Wer von überall aus arbeiten kann, kann auch überall auf der Welt zu Hause sein.

Gerade junge Leute der „Generation Y“, oder auch „Millennials“ genannt, die ortsunabhängig arbeiten können und aus dem typischen Alltag ausbrechen wollen, liebäugeln mit dem Gedanken, ihr Leben auf vier Räder zu verlagern. Sie sind jung und entschlossen, die ganze Welt zu entdecken.
 

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Doch scheuen sie sich nicht davor, als Obdachlose abgestempelt zu werden?

Eine berechtigte Frage. Ja, man lebt in einem Auto. Ja, man ist auf eine Art ein Nomade. Aber nein, obdachlos ist man keinesfalls. Man hat zwar nicht rund um die Uhr den Luxus, eine heiße Dusche zu genießen oder sich eine leckere Pizza in den Ofen zu schieben, aber man kann jeden Morgen an einem anderen Ort den Sonnenaufgang beobachten und lernt unzählige neue Menschen kennen. Na wenn das kein Argument ist!

Auch ein großer Punkt bei der Entscheidung, auf das Vanlife umzusatteln, sind die immens hohen Mietpreise. Besonders Wohnungen in Großstädten wie Berlin und Sydney sind für Normalverdiener kaum noch zu bezahlen. Warum sollte man also 40 Stunden in der Woche arbeiten, um eine Wohnung zu bezahlen, in der man sich eh kaum aufhält, weil man ja so viel arbeiten geht, um das Geld dafür aufzubringen?

Aus diesem Teufelskreis ausbrechen und sich auf den Roadtrip seines Lebens zu begeben scheint also durchaus attraktiv. Die Entscheidung, ob es nun für eine bestimmte Zeit oder für einen ganzen Lebensabschnitt sein soll, sei einem dabei selbst überlassen.

Und dieses Leben ist tatsächlich gar nicht so teuer. Sprit, Versicherung und Essen sind die einzigen laufenden Kosten, die man hat. In vielen Ländern gibt es kostenlose Parkmöglichkeiten für Kurzzeit-Camper, wodurch man sich die Campingplatzgebühr spart. Geht einem das Geld dann doch mal aus, kann die Kasse mit Gelegenheitsjobs wie Kellnern oder der Erntehilfe wieder aufgebessert werden.
 

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Für den Einen ist die Umgewöhnung einfacher als für den Anderen. Doch nach gewisser Zeit entwickelt man seine eigene Routine und beherrscht das Chaos zwischen den ausgebauten Rücksitzen. Schnell wird man feststellen, wie viele Dinge man gar nicht zum Leben braucht. Die Ansprüche werden zurück geschraubt und Luxusartikel sind dann wirklich etwas ganz Besonderes.

Das Aufregendste an diesem Lifestyle ist wohl die Freiheit, zu bleiben wo man will und das zu entdecken, was einen schon immer interessierte. Man lernt nicht nur vieles über das Land und die Leute, man lernt sich selbst besser kennen – von einer ganz neuen Seite. Wie geht man mit ungewohnten Situationen um? Wie sehr vermisst man Familie und Freunde? Und wie wechselt man eigentlich einen platten Reifen?

Man kann es sehen, wie man will, aber bei einem Nachteil sind sich die meisten „Vanlifers“ einig: wenn das Wetter nicht passt, macht auch das freie Leben auf vier Rädern keinen Spaß mehr.


© Fotos: Beitragsbild: Sebastian Hopf; oben: Mark Clinton (Maui Rentals); Instagram vanlifediaries

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