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Camper teilen statt mieten

von am 13. Oktober 2016

Du bist gerade in Neuseeland und träumst vom Reisen in einem gemütlichen Van á la 1969? Doch wenn du einen Blick in dein Portemonnaie wirfst, sieht es leider ganz danach aus, dass es nur beim Träumen bleibt? Nicht unbedingt, denn in Christchurch gibt es nun auch die Möglichkeit, sich einen Camper zu teilen!
 

© Foto: S. Hopf / Reisebine

Eine neue Online-Plattform bietet mit seinem Sharing-Konzept neue Möglichkeiten für Besitzer von Campern und diejenigen, die gerne mal ein Haus auf Rädern steuern würden.
 

Vom Prinzip des Gebens und Nehmens

Share-a-Camper funktioniert auf einer gemeinsamen Basis, die stolzen Besitzern eines Wohnmobils die Möglichkeit gibt, ihren fahrbaren Untersatz anderen Reisenden gegen einen kleinen Obolus zur Verfügung zu stellen.

Statt den Van in der Garage zu parken, kann man ihn schließlich auch ausleihen. Nebenbei verdient man bequem etwas Geld dazu, schont die Umwelt und ermöglicht gleichzeitig anderen einen komfortablen Campingurlaub.

Diese Art des Reisens kann aber auch eine angenehme Alternative zu den üblichen Vermietungen sein, welche in Neuseeland während der Hauptsaison oft schon bis zu 6 Monate im Voraus ausgebucht sein können.

Da der Versicherungsschutz und die Pannenhilfe durch Share-a-Camper abdeckt werden, gilt es nur noch, den Eigentümer des Wohnmobils von den eigenen Fahrkünsten und dem Verantwortungsbewusstsein zu überzeugen, bevor es mit dem Roadtrip losgehen kann.

Aufgrund der geringen Kosten, entsteht somit eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
 

Neue Menschen kennenlernen, Geld sparen, umweltbewusst reisen

Aber nicht nur der Kostenpunkt verlockt, sondern auch die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten über Erfahrungen und Reiserouten auszutauschen oder neue Freundschaften zu schließen.

Neuseeland kann sich so auch mit dem Anstieg im Tourismus umweltbewusst auseinandersetzen und seinen Besuchern eine umweltfreundlichere Alternative des Reisens anbieten.
 

Möglichkeit der Abschwächung des Freedom Campings

Das Teilen eines Campers könnte beim allseits bekannten Problem mit dem freien Kampieren Abhilfe leisten.

Das Freedom Camping, sprich wildes Campen, ist in Neuseeland ein kompliziertes Thema, welches schon öfters für Furore und viele Fragen sorgte. Vor allem in und um Christchurch.

Bisher war es nie ein Problem, seinen Camper an ausgewiesenen Plätzen abzustellen und dort zu übernachten. Auch in den Städten wurde es weitestgehend toleriert, zumindest solange man sich zu benehmen wusste und Verantwortung zeigte.

Der Camper-Tourismus erlebt derzeit einen Boom im Land der Kiwis, wodurch sich die Situation bezüglich des wilden Campings drastisch geändert hat. Der massive Andrang stellt seit gut einem Jahr sowohl die umliegenden Gemeinden als auch die City der Südinsel auf die Probe. Die sonst so tolerante Wesensart der Kiwis sieht sich mittlerweile der Partylaune vieler Camper nicht gewachsen und kennt spätestens bei der Gefährdung der Umwelt kein Pardon.  

Man versucht zwar, den Ansturm durch Parkverbote einzudämmen, allerdings führt das nur dazu, dass sich die Abstellgebiete von einem Stadtteil zum nächsten verlagern. Ein wirklicher Erfolg ließ sich mit dieser Methode noch nicht vermerken.

Mit Share-a-Camper sehen die Wohnwagenbesitzer die Chance, nicht nur die Zahlen der Camper zu reduzieren, sondern auch den Urlaubern eine gewisse Achtsamkeit und Verantwortung aufzuerlegen. Außerdem kann man Einfluss auf die anvisierten Reiseziele üben, indem man Tipps und Tricks gibt oder auf Routen mit vielen Campingplätzen verweist, die bestens ausgestattet sind (WCs, Duschen etc.).

Mithilfe der Homepage können Einheimische und Urlauber gemeinsam in Kontakt treten. Der kulturelle sowie soziale Austausch verspricht einen zukunftsorientierten Weg in einen umweltbewussten Tourismus und eine effektive Strategie zur Eindämmung des Massentourismus.

Das Konzept findet erfolgreich Anklang, sodass es mittlerweile neben Neuseeland, ebenfalls in Australien und Deutschland genutzt werden kann.


© Foto: S. Hopf / Reisebine
Quellen: stuff.co.nz (10.04.16; 03.03.16; 11.10.16)

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