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Aboriginal Frauen appellieren: „Steht für uns ein“!

von am 17. Juli 2017

Die Tangentyere Women’s Family Safety Group rief zur Unterstützung für den Kampf gegen häusliche Gewalt in den Town Camps rund um Alice Springs auf. Hunderte Menschen antworteten, indem sie an dem Marsch durch die Straßen von Alice Springs, im Northern Territory, in Australien teilnahmen. Es war eine Ansammlung von verschiedensten Menschen, die am vergangenen Dienstag alle das gleiche Ziel verfolgten, die Solidarisierung mit den betroffenen Frauen.
 

© Foto: Tourism Northern Territory / James Fisher

 
„Genug ist genug. Wir sind keine Statistiken, wir sind keine Nummern, wir sind Menschen. Wir sind Mütter und Tanten und Großmütter.“ So begründete Shirleen Campbell, die Federführerin der Tangentyere Women’s Family Safety Group, den Aufruf an Australiens Bevölkerung, für die indigenen Frauen einzustehen.

Die Organisation hat sich das Ziel gesetzt, das Bewusstsein für das häufige Vorkommen häuslicher Gewalt zu wecken. Betroffen davon seien viele Frauen und Familien, die in den von Einheimschen bevölkerten Town Camps rund um Alice Springs leben.

Durch diesen Aufruf kamen vergangenen Dienstag hunderte indigene und nicht indigene Frauen, Männer und Kinder zusammen. Die Verbreitung ihrer Botschaft durch die Straßen von Alice Springs blieb dabei das Ziel.
Der von unzähligen Blumen, Luftballons und aufwendigen Plakaten untermalte Weg führte von der Stadtverwaltung bis zum örtlichen Gericht. Deutliche Forderungen kamen in den Sprechchören zum Ausdruck. „Stoppt die Gewalt in den Town Camps“ und „Steht für die Frauen um euch herum ein“ erklang es aus der Menschenmenge.
Andere Forderungen macht Shirleen Campbell in ihrer Rede deutlich. Sie richtet sich unter anderem an die Regierung in Canberra und fordert, dass die finanzielle Unterstützung denen zukommen müsse, die das Problem von Grund auf kennen und sich ihr Wissen nicht nur angelesen haben. Diese Aktion sollte außerdem bewirken, dass das Thema häusliche Gewalt nicht länger als Tabuthema gehändelt wird.

Shirleen Campbell zieht am Ende des Protest- oder Aufklärungsmarsches ein positives Fazit und zeigt sich beeindruckt von dem großen Beistand der vielen Menschen. Auch prominente Unterstützung stand der Organisation bei. Neben überwiegend lokalen Politikern hat es sich auch Rosie Batty nicht nehmen lassen, sich bei der heutigen Aktion aktiv zu beteiligen. Die wohl bekannteste Aktivistin gegen häusliche Gewalt in Australien sprach von einer großen Verbundenheit zwischen ihr und der Gruppe.

Die Frauen sind sich sicher, der Kampf gegen häusliche Gewalt in indigenen Bevölkerungsgruppen müsse weitergehen und die Opfer weiterhin unterstützt werden. „Wenn du jemanden kennst, die Probleme hat, mach es laut. Es ist nichts wofür man sich schämen muss“, lautet die abschließende Botschaft der Aktivistinnen.


Quelle: ABC, Alice Springs News
© Foto: Tourism Northern Territory

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