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Gegenmittel für hochgiftigen Box Jellyfish entdeckt

Ein Gegengift für die Würfelqualle, das giftigste Tier der Welt, könnte Meerliebhabern in Australien bald das Leben leichter machen. Ein Forscherteam der University of Sydney arbeitet auf Hochtouren daran, das Mittel bald Markttauglich zu machen.

Australien ist für Viele das schönste Land der Welt, leider aber auch das wohl giftigste. Spinnen, Schlangen, Quallen, bekanntermaßen macht unser Lieblingskontinent keine Abstriche, was seine faszinierende Artenvielfalt angeht.

Den größten Respekt fordert aber das hier beheimatete, giftigste Tier der Welt: die ‘Würfelqualle’, zu Englisch ‘box jellyfish’. Um Schwimmer, Schnorchler und Surfer vor den fast unsichtbaren Meeresbewohnern zu schützen, wimmelt es an australischen Küsten von Warnschildern, Quallennetzen und Wetsuit-Shops.

Dank der tollen Arbeit eines Forscherteams der University of Sydney könnte sich die Angst vor dem schmerzhaften Gift der Quallen aber schon bald reduzieren. Bisher gab es nämlich kein eindeutig wirksames Gegengift für Würfelquallen. Dem Team gelang es nun, ein Mittel herzustellen, welches die Wirkung des teilweise tödlichen Giftes blockieren kann. Dafür muss es allerdings innerhalb von 15 Minuten nach dem Nesselkontakt verabreicht werden.

Für das Gegenmittel wurde das Gift der Seewespe (sea wasp) untersucht, einer besonders giftigen Art der Würfelqualle. Die Tiere haben bis zu 60 Tentakel, die teilweise drei Meter lang werden können und gehören zur wohl gefürchtetsten Art ihrer Klasse.  

Mit einer bestimmten Form der Genforschung konnten die Wissenschaftler herausfinden, dass einige menschliche Gene mit dem Gift der Seewespen reagieren. Das führt zum Absterben von Gewebe, woraus die brennenden Schmerzen resultieren. Mit diesem Wissen konnte ein Gegenmittel gefunden werden, das die Zellen bei rechtzeitiger Einnahme vor dem Absterben schützen kann.

Im Verlauf der Studie musste die Medizin injiziert werden. Es ist aber für den Markt geplant, ein Spray oder eine Creme mit dem Gegengift zu entwickeln. Gegen die Creme spricht allerdings, dass die Würfelqualle bei einem Stich unzählige, winzige Nesselkapseln abgibt, die durch das Verreiben ausgelöst werden können und somit die Wirkung verschlimmern würden.

Bis das Gegengift auf dem Markt ist, gilt für Australienreisende also weiterhin: Während der Quallensaisons immer die Augen nach Warnschildern, Life Guards und Quallennetzen offen halten. So steht einer weiteren tollen Saison im Paradies nichts im Weg!
 

Weitere Infos zu Quallen, den Gegenmaßnahmen und wo sie zu finden sind in unserem Magazin


Quelle: www.australiangeographic.com.au
©Foto: L. Gershwin

Autor/in des Artikels

Jasmin Rhein

Da sie schon als Kleinkind von ihren Eltern quer durch die Welt geschleppt wurde, blieb Jasmin eigentlich nichts anderes übrig, als vom Reisefieber angesteckt zu werden. Noch vor dem Studium stehend sieht sie sich geplagt von der Entscheidung einen Zukunftsweg zu wählen, bei der Vielfalt, die die Welt noch für sie zu bieten hat. Als passionierte Surferin und Schnorchlerin aber ließ Australien nicht lange auf sich warten!
Seitdem ergänzt Jasmin das Reisebine-Team als freie Autorin.

1 Kommentar

  • Das ist ja sehr interessant und eine großartige Neuigkeit. Irgendwo im Netz soll ein Interview mit den Wissenschaftlern existieren. Leider kann ich es nicht finden. Wäre ja sehr interessant zu wissen, wie lange es noch dauert, bis das Mittel auf dem Markt ist.

    LG Lisa

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