von am 11. Februar 2012

Am Montag, dem 06.02.2012 war es soweit!! Um 7 Uhr in der früh ging’s vom Greyhound Bus Terminal in Sydney los in Richtung Norden, der erste Stopp ist ein kleines Surfcamp in der Nähe von Crescent Head (näheres zu diesem Camp unter: Surfcamp Crescent Head). Auf der Busfahrt wurden erste Freundschaften geknüpft: eine Schwedin, die leider nur 7 Tage mitreisen wird und einige Mädls und Jungs, die auch alle Surfinstructor werden und somit für 3 Monate ein Teil meiner neuen Familie sind. Nach 7 Stunden und circa 100 toten Känguruhs auf den Straßen sind wir endlich angekommen!

Nach einer kleinen lustigen Willkommensansprache wurden wir in die Zimmer eingeteilt und schon ging es los mit der ersten Theorie-Stunde.
Mit viel Humor wurden uns allgemeine Sachen über Wellen und Surfbretter beigebracht und dann ging es los Richtung Strand – endlich! Surfen! Brett nehmen und ab ins Wasser? Denkste!
Erstmal ging es ohne Board ins Wasser, um die Strömung zu spüren und um das, was vorher in der Theorie besprochen wurde mit eigenen Augen zu sehen bzw. mit eigenen Händen zu spüren. Wie bei jedem Sport mussten wir uns natürlich aufwärmen und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben gemerkt, dass Yoga richtig anstrengend sein kann!

Crescent Heads© Foto: Linda Aulbach

Danach malten wir Surfbretter in den Sand und übten, wie man richtig (dr)aufsteht. Erst dann – alle waren schon komplett aus der Puste – ging’s mit Brett ins Wasser. Gott sei Dank war es nicht so tief, so dass wir gemütlich rauslaufen und dann gleich den ersten Versuch starten konnten.
Nach einigen Versuchen stand ich sogar tatsächlich länger als 10 Sekunden!! Und es fühlt sich so gut an. Als Belohnung gab es gleich Jubel von anderen Kursteilnehmern und sogar ein High-Five von einem der Surf-Instructor.

Abends wurde lecker ge-BBQ-t und danach saßen wir mehr oder weniger lang (alle waren sooooo müde) am Lagerfeuer, hörten Red Hot Chili Peppers und tauschten Geschichten aus.

Am nächsten Morgen wurden wir um 8 Uhr geweckt und direkt nach dem Frühstück ging es los mit unendlich langem Yoga.
Da der Wasserstand ziemlich hoch war, hatten wir es nicht so leicht wie am Vortag, das heißt, wir mussten auf dem Brett liegen und per Eskimo-Rolle (runter vom Brett, Brett umdrehen, Welle kommen lassen, Brett wieder umdrehen, wieder drauflegen, weiterpaddeln) bis hinter die Wellen kommen. Es war sooooo anstrengend, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Aber als ich dann endlich hinter den Wellen war, konnte ich ein bisschen ausruhen. Sara, die Schwedin, und ich saßen da wie richtige Surfergirls, schauten dem Meer zu und warteten auf eine gute Welle.
Leider haben wir so lange geredet und so viel gelacht, dass wir gar nicht gemerkt haben, dass wir ins Rip getrieben worden sind und somit ziemlich weit vom Strand entfernt waren. Nach gefühlten 2 Stunden paddeln kamen wir wieder dorthin, wo die Wellen brachen und versuchten gleich eine davon zu nehmen. Die erste Welle hat uns beide richtig schön durchgewaschen, aber die zweite hat uns mitgenommen und das ganze Paddeln war vergessen.

Am Nachmittag gab es eine kleine Academy-Besprechung in der wir viele Informationen erhalten haben und somit ein bisschen mehr wissen, was uns nächsten Montag erwartet. Momentan sind wir noch mit den Leuten, die nur einen 5- bzw. 7-Tagestrip machen, zusammen.

Tandem-Surfen© Foto: Linda Aulbach

Obwohl meine Arme sich anfühlten, als würden sie gleich abfallen, ging es zum zweiten Mal am Tag zum Strand. Einige haben sich natürlich wieder im Surfen probiert, andere spielten Baseball oder sonnten sich. Einer der älteren Instructor gab einigen von uns noch eine ganz besondere Erfahrung: Tandem-Surfing – und zwar auf einer großen Welle! Obwohl ich es von Anfang an so cool fand, kam bei mir doch die Angst hoch und ich habe mich nicht getraut, gleich aufzustehen.
Nach einigen lauten „STAND UP!“ habe ich mich dann doch überwunden und bin aufgestanden. WOW! Auch wenn ich ein wenig Balance-Hilfe von dem Instructor bekommen habe, habe ich mich soooo frei gefühlt. DAS ist surfen!! Ich kann es kaum erwarten, alleine eine der größeren Wellen zu nehmen… kommt sicher bald!

Mittwochs ging es auf zum nächsten Stop: Spot X! (näheres zum Camp unter: Surfcamp SpotX). Da die Busfahrt circa 3 Stunden dauerte, hatten wir nur einen Morgensurf und durften für den Rest des Tages unsere Arme ausruhen.
Der erste Eindruck von dem neuen Camp, das sich nun mein Zuhause nennt, war allerdings nicht ganz so wie ich es mir erhofft habe: viele Leute und kleinere Zimmer. Alle wollten zurück nach Crescent Heads! Aber nach einer Weile freundete sich jeder mit diesem wunderschönen Platz an.
Hier in diesem Camp geht es (für die Academy-Crew) vorallem auch darum, Fitness aufzubauen und Theorie zu lernen. Wir haben freien Zugang zu tausenden von Surfvideos,- Magazinen und Büchern, was ziemlich cool ist. Meiner Meinung nach ist das ganze Theorie-Wissen wie Ozeanlesen und Wettervorhersage sowieso unglaublich interessant.

Donnerstag und Freitag wurde wieder fleißig Yoga gemacht und gesurft, morgens ist es „verpflichtend“ und nachmittags ist „Expression-Session“. Es sind zwar Surfinstructor mit dabei, aber jeder versucht eigentlich sein eigenes Ding und kann anfangen und aufhören wann er will. Alle wollten lange im Wasser sein. In unserer Gruppe von ca. 15 – 20 Leuten wird man fleißig gepusht, am Strand liegen und chillen gibt es nicht und wer nicht sagen kann, dass Arme und Schultern und eigentlich alles im Körper wehtut, der war nicht richtig surfen.

Am Donnerstagabend wurde eine kleine Party rund ums Lagerfeuer veranstaltet, es floss reichlich Alkohol und am nächsten Morgen hat man genau gesehen, wer am längsten unterwegs war. Die meisten, die dort gefeiert haben, sind am nächsten Tag sowieso abgereist und die, die länger bleiben, sind zeitig ins Bett, um früh raus zum Surfen zu gehen.
Und es hat sich gelohnt, so früh schlafen gegangen zu sein! Die Wellen waren am nächsten Morgen wahnsinnig gut und so konnten wir viele Green Waves (ungebrochene Wellen) surfen. Je größer die Welle, desto größer ist das Gefühl von Kraft und Freiheit. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, das einzige was man hört, wenn man die guten Surfer fragt warum sie surfen, ist: „It’s addictive!“ Und das ist es. Ich bin erst fünf Tage lang in diesem Leben und ich bin jetzt schon „abhängig“!

Wohin das nur führt..? Nächste Woche erfahrt ihr’s!


© Fotos: Linda Aulbach

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