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Weltweit erste Korallen-Biobank in Cairns eröffnet

© Foto: Great Barrier Reef Legacy

Ziel der neuen „Living Coral Biobank” ist es, lebende Exemplare aller Korallenarten zu sammeln und zu bewahren – Es ist die bislang größte Initiative, um die Biodiversität lebender Korallen zu erhalten, und gleichzeitig das größte Naturschutzprojekt Australiens – Die neue Einrichtung ist auch für Besucher zugänglich

In Cairns wurde die weltweit erste „Living Coral Biobank“ in Betrieb genommen. Die Non-Profit-Organisation Great Barrier Reef Legacy hat es sich zur Aufgabe gemacht, lebende Exemplare möglichst aller Korallenarten zu sammeln. „Die neue Korallen-Biobank zielt darauf ab, die genetische Artenvielfalt von Steinkorallen zu bewahren und Korallenfragmente, Gewebeproben und genetisches Material in einer Art „lebenden Tresor“ zu lagern, bevor es zu spät ist“, erklärt Dr. Dean Miller, Geschäftsführer und Projektleiter von Great Barrier Reef Legacy. Jedes Exemplar wird dabei von Wissenschaftlern identifiziert, katalogisiert und mit einem Mikrochip versehen.

Es ist die bislang größte Initiative, um die Biodiversität lebender Korallen zu erhalten. „Mit jeder Korallenbleiche verlieren wir die am stärksten gefährdeten Korallen und Korallenriffe. Wir dürfen keine Zeit verlieren und müssen diese wertvolle Sammlung schützen und bewahren“, hebt Miller die enorme Wichtigkeit der neuen Korallen-Biobank in Cairns hervor, die bis zu 12.000 lebende Korallenfragmente aufnehmen kann.
 

© Foto: Great Barrier Reef Legacy / DeanMiller und Charlie Veron

 
Alle 400 Steinkorallenarten aus dem Great Barrier Reef will das Team von Great Barrier Reef Legacy damit erhalten. Bis 2026 möchte man dieses Ziel erreicht haben. Rund die Hälfte zählt bereits zum Bestand der neuen Korallen-Biobank. Es ist bislang Australiens größtes Naturschutzprojekt.

Ziel ist es sogar, eines Tages alle 800 auf der Welt vorkommenden Korallenarten zu sammeln. Great Barrier Reef Legacy arbeitet schon heute eng mit den Traditional Owners sowie öffentlichen und privaten Aquarien zusammen.

Zum Biobank-Team gehört auch der „Godfather of Coral”, Dr. Charlie Veron, der bereits mehr Korallenarten identifiziert hat als jeder andere Wissenschaftler: „Korallenriffe sind äußerst wichtige Ökosysteme. Sie beherbergen fast 50 Prozent aller Meereslebewesen. Angesichts der Zunahme der globalen Erwärmung wird es zu weiteren Korallenbleichen kommen. Ohne Frage ist dies das wichtigste Projekt, das wir für Korallen und Korallenriffe durchführen können“, unterstreicht der ehemalige Chefwissenschaftler des Australian Institute of Marine Science.

Dieser Bereich der neuen Korallen-Biobank ist für die Öffentlichkeit zugänglich

Die neue Korallen-Biobank ist in drei Einrichtungen in Cairns untergebracht – eine davon ist sogar für die Öffentlichkeit zugänglich. In einem neu eröffneten Abschnitt des Cairns Aquariums erleben Besucher die beeindruckende Korallensammlung aus erster Hand und erfahren mehr über die Bedeutung gesunder Korallen im Ökosystem und den Klimawandel. „Hier können Besucher Korallenschutz zum ersten Mal hautnah miterleben“, erklärt Daniel Leipnik, CEO und Gründer des Cairns Aquariums.
 

© Foto: Great Barrier Reef Legacy
 
Tour hinter den Kulissen

Das Cairns Aquarium liegt direkt im Zentrum der beliebten Stadt im Nordosten Australiens und bietet jeden Tag um 11.45 Uhr eine besondere Führung an. Hierbei können Besucher die Sammlung der „Living Coral Biobank” nicht nur hautnah bewundern, sondern auch mehr über die verschiedenen Arten erfahren. Im Preis von 72 Australischen Dollar (umgerechnet etwa 45 Euro) ist nicht nur die 30-minütige Tour hinter den Kulissen inbegriffen, sondern auch der eigentliche Eintritt ins Aquarium. Das Cairns Aquarium hat täglich von 10 bis 15 Uhr geöffnet.

Mehr Infos unter www.cairnsaquarium.com.au

Durch den Einsatz modernster Systeme zur Aufrechterhaltung einer idealen Meerwasserqualität und einer ultravioletten Deckenbeleuchtung, die das natürliche Sonnenlicht nachahmt, können die lebenden Korallen Tausende Jahre lang wachsen und gesund gehalten werden. „Mit den vielen aufbewahrten Exemplaren stellen wir sicher, dass lebendes genetisches Material des gesamten Steinkorallen-Ökosystems vorhanden ist, das im Falle eines weit verbreiteten Korallenverlusts oder einer Korallenzerstörung aufgrund des Klimawandels wieder am Riff verpflanzt werden könnte“, sagt Leipnik. Die neue Einrichtung im Cairns Aquarium wird zu 100 Prozent mit Sonnenenergie betrieben.

Das sogenannte „Forever Reef“-Projekt von Great Barrier Reef Legacy wird durch private Spenden unterstützt. Bislang sind über 600.000 Australische Dollar (376.000 Euro) an Spenden eingegangen.

Weitere Details unter www.foreverreef.org
Noch mehr Informationen zu weiteren Umweltschutz-Projekten in Queensland unter Tropical North Queensland

Great Barrier Reef Legacy
Die gemeinnützige Organisation Great Barrier Reef Legacy wurde gegründet, um das langfristige Überleben des Great Barrier Reef und der Korallenriffe weltweit zu sichern. Die Organisation, die mehr als 35 Jahre Expeditions-, Tourismus- und Forschungserfahrung hat, will dank neuer Projekte und innovativer Wissenschaft alle notwendigen Maßnahmen beschleunigen, die für den Erhalt von Korallenriffen wichtig sind.

Das Cairns Aquarium
Das Cairns Aquarium zeigt auf rund 8.000 Quadratmetern mit dem Great Barrier Reef und dem Wet Tropics Rainforest gleich zwei UNESCO-Weltnaturerben auf ganz besondere Art. Im Mittelpunkt stehen Flora und Fauna des Riffs und Regenwaldes.

Bei einem Rundgang durchläuft der Besucher elf verschiedene Ökosysteme, die zum größten Teil nur in Queenslands tropischem Norden vorkommen. Im Erdgeschoss dreht sich zunächst alles um Flüsse, im ersten Stock dann um tropischen Regenwald und Mangroven. Die Tour endet mit dem Great Barrier Reef, das in mehreren großen Aquarien sehr gut zur Geltung kommt. Höhepunkte sind ein 10 Meter hoher und knapp 9 Meter breiter Riesen-Glastank mit vielen Riff-Fischen und Korallen sowie das 360 Grad-„Oceanarium“ mit einem 20 Meter langen Unterwasser-Tunnel. Insgesamt können mehr als 16.000 Lebewesen – darunter viele seltene Kreaturen wie Echsen, Frösche, Spinnen und Schlangen – sowie viele endemische Pflanzen bewundert werden. 


© Fotos: Great Barrier Reef Legacy
Quelle: GlobalSpot

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Sabine Hopf

Sabine, Gründerin der Webseite "Reisebine.de", Fotografin und Chef-Redakteurin unserer Online-Redaktion. Sabine bereiste Australien seit 1987 rund 17x und kennt den roten Kontinent wahrscheinlich besser als ihre Heimatstadt Berlin.

1 Kommentar

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