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Immer Ärger um das Great Barrier Reef

von am 24. Juli 2013

Clownfische im Great Barrier Reef© Foto:  Valentine Ryhsen

Das Great Barrier Reef liegt vor der Nordküste Australiens und ist mit einer Länge von 2.300 Kilometern das größte Korallenriff der Erde. 1981 wurde es von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt und gilt als eines der 7 Naturweltwunder. Seit einiger Zeit macht der Zustand des Riffs Naturschützern große Sorgen. Das Great Barrier Reef ist vor allem durch Tourismus, den Kohle- und Gasboom und eine wachsende Landwirtschaft in der Region gefährdet. Damit uns und den nachfolgenden Generationen das Naturweltwunder erhalten bleibt, müssten, Ökologen zufolge, strenge Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Erneut zeigt ein Vorfall, der in den vergangen Tagen durch die Nachrichten ging, dass man von der Durchsetzung so mancher Schutzmaßnahme noch weit  entfernt ist:

Korallen, Fisch© Foto:  Valentine Ryhsen

In einer nicht geplanten Aktion warfen US-Jets 4 Bomben über dem Naturschutzgebiet ab. Diese explodierten zwar nicht, trotzdem wurde von vielen Seiten scharfe Kritik geäußert. Zur Zeit halten rund 28.000 US-amerikanische und australische Soldaten in der Nähe des Great Barrier Reefs eine Militärübung ab. Am 16. Juli starteten zwei amerikanische Jets zu einer militärischen Übung. Im Rahmen dieser Übung sollten die Soldaten insgesamt vier Bomben über der kleinen Insel Townsend abwerfen. Da die Piloten keine Freigabe zum Abwurf erhielten, kehrten sie wieder zu ihrer Basis zurück. Allerdings dürfen sie grundsätzlich nicht mit Bomben an Bord wieder auf dem Flugzeugträger landen.  Als den Jets der Sprit ausging, handelten die Piloten kurzerhand und warfen die Bomben über dem Riff ab. Sie landeten 50 Meter von den Korallen entfernt. So wurde das Riff  glücklicherweise nicht direkt beschädigt.

Das amerikanische Militär gab inzwischen eine Erklärung zu dem Unfall ab. Warum solche riskanten Übungen in einem Naturschutzgebiet stattfinden und wie es zu diesem Manöver kommen konnte, geht daraus jedoch nicht eindeutig hervor. Ein Sprecher der US-Flotte gab bekannt, dass eine Bergung der Bomben geplant ist. Wenn die australische Regierung dies wünsche, könne man die Aktion gemeinsam angehen.

Nach dem Bombenabwurf steht das amerikanische Militär weltweit unter Kritik. Naturschützer bezeichnen das Ereignis als äußerst unverantwortlich. Die Existenz des Riffs und besonders sein Status als Weltnaturerbe sind seid einigen Jahren auch wegen anderer Gründe gefährdet.

verschiedene Fische im Riff© Foto:  Valentine Ryhsen

Bereits im Jahr 2012 äußerte die UNESCO ernsthafte Bedenken über die nachhaltige Bewahrung des Riffs. Danach gefährden vor allem einige Projekte der australischen Regierung in den vergangen Jahren das Naturschutzgebiet. Der Kohle- und Gasboom an der Küste Queenslands, der stetig wachsende Tourismus, aber auch die globale Erderwärmung zerstören allmählich aber stetig den Korallenbestand.

Zwischen 1985 und 2012 hat das Great Barrier Reef die Hälfte seiner Korallen verloren. Dies gibt der UNESCO einen triftigen Grund, das Riff auf die Liste der „World Heritage Sites in Danger“ setzen zu wollen. Der Bericht, den die UNESCO im Juni 2012 vorstellte, offenbarte, dass sich das Korallenriff in großer Gefahr befindet. Schon damals zog man in Erwägung, das Great Barrier Reef als erstes Weltnaturerbe Australiens zukünftig mit dem Zusatz „in Danger“ zu versehen, wenn von der Regierung keine strengen Maßnahmen ergriffen werden.

Ein Jahr später legte ein weiterer Bericht der Organisation dar, dass sich die Wasserqualität in und um das Naturschutzgebiet immer noch nicht verbessert habe. Weder die Landesregierung noch die Verantwortlichen des Bundesstaats Queensland haben sich der Sache angenommen, so die Kritik.

Tauchen im Great Barrier Reef© Foto:  Valentine Ryhsen

Weiterhin werde an den Küsten vor dem Riff gebaut, um den Tourismus anzukurbeln. Im Moment werden ganze 43 Bauvorschläge begutachtet. Auch die weiter fortschreitende Bebauung der zahlreichen Inseln des Riffs verschlechtert die Wasserqualität, da Schadstoffe ins Meer geleitet werden. Ein weiteres Problem stellt die immer fortschreitende Landwirtschaft an den Küsten Queenslands dar.

Durch die jährlich aufkommenden starken Regenfälle von Januar bis April, gelangen Insektizide und Düngemittel über Flüsse ins Meer und zerstören ganze Korallenstöcke. Auch Treibstoff und Ankerwürfe von Schiffen, Sonnencreme und unvorsichtige Touristen, die die Empfindlichkeit der Korallen unterschätzen, tragen ihren Teil ebenso dazu bei wie durch den Klimawandel bedingte Stürme.

Vor einigen Wochen verkündete die ehemalige australische Premierministerin Julia Gillard, dass AU $ 200 Mio. in die Rettung des Riffs investiert werden. Es scheint, dass die UNESCO diesen Ansatz zur Rettung des Riffs wahrgenommen und akzeptiert hat. Sie verlängerte die Frist noch einmal um mehrere Monate.

Korallen© Foto:  Valentine Ryhsen

Australien hat nun bis Juni 2014 Zeit, seine Pläne zum Schutz des Great Barrier Reefs darzulegen. Werden diese von der UNSECO nicht anerkannt, wird das größte Korallenriff der Welt ab dem nächsten Sommer als Weltnaturerbe in Gefahr gelten. Die australische Regierung und verschiedene Naturschutzorganisationen sind bemüht, das Riff trotz fortschreitender Industrialisierung und Klimawandel für die folgenden Generationen zu bewahren.


Quellen: unesco.org , world.time.com , abcnews.com

© Fotos:  Valentine Ryhsen

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