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Illegale Backpackerunterkünfte in Sydney bald ohne Strom?

Die Auseinandersetzung um illegale Backpacker-Unterkünfte in Australien geht in eine neue Runde. Die Regierung von New South Wales plant, verdächtigen Hostels und Privatpensionen den Strom abzuschalten. Nur so sehen sie sich derzeit in der Lage, diese vom Weiterbetrieb abzuhalten.

Wir haben euch bereits in einem Bericht auf der Reisebine – Work & Travel Website ausführlich über die Problematik informiert. Gerade in den Großstädten wie Sydney und Melbourne sprießen die illegalen Behausungen nur so aus dem Boden. Die Nachfrage ist groß. Schließlich möchten viele Backpacker, aber auch so manche Einheimischen die Wohnkosten so gering wie möglich halten. Dafür nehmen sie erdrückende Enge sowie mangelnde Hygiene in Kauf.

Dass auch den Sicherheitsbestimmungen in solchen Unterkünften keine größere Beachtung geschenkt wird, zeigten wütende Brände in zwei dieser illegalen Hostels im letzten Jahr. Zu Schaden kam dabei Gott sei Dank keiner. Trotz hoher Strafauflagen waren den Behörden bisher die Hände gebunden. Das Strafmaß von bis zu AU$ 1.1 Mio. schreckt nur die wenigsten Betreiber ab. Viele schafffen es, mit ihren illegalen Aktivitäten unter dem Radar zu bleiben.

Ein verdeckt ermittelnder Reporter des Daily Telegraph brachte durch seinen jüngsten Bericht das seit Jahren gährende Thema wieder auf den Tisch der Verantwortlichen. In einigen Unterkünften in Sydney waren Fluchtwege durch Müllberge verbaut, Sanitäranlagen von Schimmel übersät sowie die Wohn- und Küchenräume von Insekten befallen. In einem anderen Fall verkaufte ein kleiner Supermarkt inmitten der Innenstadt Schlafplätze in nicht genehmigten Unterkünften. In einem Einzimmer-Apartment fand sich der Reporter so zwischen 10 Betten wieder.

Die Bezahlung erfolgt im Voraus in bar. Ebenso wird eine hohe Kaution eingefordert, meist unter der Auflage, mindestens einen Monat zu bleiben. Wer eher ausziehen möchte, hat selbst für einen Nachmieter zu sorgen. Stadtentwicklungsministerin Pru Goward fordert nun stärkere Durchsetzungsrechte auf Behördenebene. Sie verlangt nicht nur einen Anstieg des finanziellen Strafmaßes sondern ebenso die Möglichkeit, entsprechende Einrichtungen vom Strom- oder Wassernetz zu nehmen. Ob sich damit ein Erfolg im Kampf gegen die illegalen Unterkünfte erzielen lässt, bleibt abzuwarten.


Quelle: Daily Telegraph
© Foto: Stefanie Stadon

Autor/in des Artikels

Stefanie Stadon

Steffi studierte zunächst Bank-Betriebswirtschaftslehre, wechselte danach jedoch mit Euphorie zur Geschichtswissenschaft.
Nach gelungenem Abschluss war das Fernweh groß geworden, also zog sie ab August 2010 für ein Jahr durch die Weiten Australiens.
Ihr schönstes Souvenir, dass sie sich mit zurück in die Heimat brachte, ist ihr australischer Ehemann Corey.

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