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The ‚Earth‘ without ‚art‘ is just ‚eh‘ – Street Art in Perth

von am 15. Oktober 2019

Sie ziert Fassaden und lockt Besucher in kleine Gassen und Hinterhöfe Australiens: Street Art ist in Perth seit 2014, dem Jahr, in dem zum ersten Mal das Street-Art-Festival PUBLIC stattfand und 180 Wandgemälde in den Straßen der Stadt schuf, nicht mehr wegzudenken. Und auch im Hinterland jenseits der Stadtgrenzen entdecken Reisende, die dem PUBLIC Silo Trail folgen, überdimensionale, originelle Kunstwerke auf hoch aufragenden Getreidesilos. Ein Streifzug durch die größte Open-Air-Galerie der Welt.
 

© Foto: Tourism Western Australia: Melissa Kindley

 

Street-Art in Perth:
Das bunte Gesicht der westaustralischen Hauptstadt

Seit dem ersten Street-Art-Festival PUBLIC, das im Jahr 2014 zum ersten Mal in Perth veranstaltet wurde, hat sich die westaustralische Hauptstadt zu einem internationalen Epizentrum für Straßenkunst aufgeschwungen. Dank PUBLIC rangiert Perth inzwischen unter den Top 10 der weltweit bedeutendsten Städte für Street-Art. 

Die Zahl der Gemälde ist von 180 im ersten Jahr des Festivals auf heute 300 Kunstwerke angestiegen. Die Facebook-Seite „Streets of Perth“, die vor etwa vier Jahren von Nikki und Duncan Atack ins Leben gerufen wurde, um die aufkeimende Street-Art-Szene in Perth zu dokumentieren, zählt inzwischen mehr als 200.000 Follower. Auf der gleichnamigen Webseite finden Interessierte eine Karte, auf der alle 300 Kunstwerke im Stadtgebiet von Perth verzeichnet sind. 

„Künstler, die vor vier Jahren absolute Newcomer waren, erhalten nun jede Menge Aufträge und haben ihre eigentlichen Jobs an den Nagel gehängt“, erklärt Nikki. „Künstler aus aller Welt kommen nach Perth und westaustralische Künstler werden nach Amerika, London oder Portugal geflogen, um dort zu malen. Perth hat sich in der Szene einen Namen gemacht; die Straßen sind bunt.“

Das Aufblühen der Straßenkunst in Perth ist auch der entspannten Haltung des Stadtrats zu verdanken. Selbst wenn ein Graffiti illegal ist, darf es meist bleiben, wenn es schön ist. 

Die Beziehung von Kunst und gastronomischem Angebot hat sich in Perth ebenfalls als eine sehr fruchtbare erwiesen, erläutert Nikki weiter: „Der neueste Trend, den wir gerade sehen, ist, dass Café- und Restaurantbesitzer auf uns zukommen und sagen: ‚Wir möchten ein Wandgemälde, an wen wenden wir uns?‘ Sie wissen, dass eine hübsche Street-Art-Fassade, die sich gut auf Instagram macht, Leute anlocken wird, die das Kunstwerk gerne mit eigenen Augen sehen möchten.“
Besucher, die mehr über Street-Art in Perth erfahren möchten, sollten eine Tour mit Oh Hey WA buchen, bei der sich alles um die Straßenkunst und die sogenannte „Small Bar Scene“ in der Stadt dreht.

Mehr Infos unter: streetsofperthwa.com
 

© Foto: Tourism Western Australia

 

PUBLIC Silo Trail:
Street-Art auf Getreidesilos im Outback

Im westaustralischen Hinterland östlich von Perth, dem sogenannten Weizengürtel, ist in den letzten Jahren etwas sehr Unerwartetes und Einzigartiges passiert. Auf sechs 30 Meter hohen Getreidesilo-Komplexen in Northam, Ravensthorpe, Merredin, Albany, Newdegate und Pingrup sowie auf Trafohäuschen und Fassaden in Katanning sind großformatige, farbenfrohe Street-Art-Kunstwerke entstanden.

Auch diese Initiative ist dem Street-Art-Festival PUBLIC und der dahinterstehenden Organisation FORM zu verdanken. Ziel war es, wie in Perth auch, den öffentlichen Raum aufzuwerten und einem breiteren, üblicherweise nicht unbedingt kunstinteressierten Publikum Kunst zugänglich zu machen.

Für die Gemälde auf den Getreidesilos, die von der Organisation FORM zusammen mit der CHB Group, dem führenden, staatlichen Getreidehändler, in Auftrag gegeben wurden, suchten international anerkannte Street-Art-Künstler aus aller Welt Inspiration in Westaustraliens Natur. Mit hunderten Litern Farbe schufen Künstler aus Westaustralien, Großbritannien, den USA, Singapur und Tunesien auf den überdimensionalen „Leinwänden“ Motive wie Seepferdchen in Albany, Eidechsen in Newdegate und Banksia-Blüten in Ravensthorpe.
 

© Foto: Tourism Western Australia: Beweley Shaylor
 

Die Selbstfahrerstrecke PUBLIC Silo Trail, die 2018 offiziell eröffnet wurde, führt Reisende nun wie in einer weitläufigen Open-Air-Galerie auf 1.000 Kilometern von Kunstwerk zu Kunstwerk durch das westaustralische Hinterland, von grünen Weiden zu Salzpfannen in staubiger Wüstenlandschaft, von weiten Ebenen zu beeindruckenden Felsformationen.

Eine weitere Komponente des Trails ist „Stories from the silo towns“, ein soziales Dokumentationsprojekt. Schon immer hat die Landwirtschaft die Landschaft im westaustralischen Outback geprägt und das Schicksal des Bundesstaats bestimmt. Wenig weiß man jedoch nur über die Bewohner in diesen Outbackstädtchen und ihren Alltag. Die einzigartigen Lebensgeschichten dieser Menschen, die in Interviews, Filmen und Bildern festgehalten wurden, sollen das Gefühl von unvorstellbarer Weite und Abgeschiedenheit, die Kreativität und Hartnäckigkeit, die diese Regionen ausmacht, festhalten.   

Reisende, die keine Zeit haben, dem kompletten Trail zu folgen, können auch drei kleinere Loops fahren, die jeweils einige Silos miteinander verbinden, die nicht so weit auseinander liegen und leicht zu erreichen sind, dennoch aber die landschaftlichen Unterscheide der einzelnen Regionen erlebbar machen. Kostenlose Landkarten mit Vorschlägen für die schönsten Roadtrips zu den bemalten Getreidesilos können Interessierte online herunterladen oder erhalten diese in Visitor Centres vor Ort.

Mehr Infos unter: publicsilotrail.com   


© Fotos: Tourism Western Australia; Beweley Shaylor; Melissa Kindley
Quelle: Tourism Western Australia/ theconjointmarketinggroup.com

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