Rund ums Fliegen

Was dein Boarding Pass über dich verrät

von am 20. September 2016

Wer kennt das nicht? Man hat endlich die langersehnte Reise gebucht und nach Wochen der Vorbereitungen und Vorfreude geht’s endlich los. Nur noch ein Foto der Flugtickets gemacht, mit den Freunden geteilt und dann ab in den Urlaub. Ein Versuch von Steve Hui zeigt, welche Folgen ein solcher Schnappschuss mit sich bringen kann.
 

 

Steve Hui, CEO von iflyflat.com.au, startete einen Test, der beweist, wie einfach es ist, an die Daten der Reisenden, nur über die Informationen ihrer Boarding Pässe zu kommen.
 

Ein Flugticket verrät mehr als nur den Namen und die Flugroute

Die Flugkarte enthält nämlich weit aus mehr Informationen als nur den Namen oder den Ort der Bestimmung. Vielmehr noch: Man kann darüber an streng vertrauliche Daten gelangen, die es ermöglichen den Flug umzubuchen oder gar zu stornieren.

Steve zufolge gestaltet sich das Ganze noch nicht einmal so schwierig, wie manch einer annehmen könnte.

Ihm begegnen auf den sozialen Plattformen im Internet des Öfteren Fotos von Flugtickets stolzer Besitzer, die ihre Reisefreude gerne teilen möchten.
Aber neben Namen und Flugort gibt das Ticket ebenfalls Angaben zur Ticketnummer und der Buchungsreferenz preis.

Als ihm wieder eines dieser unschuldigen Bilder ins Auge fiel, beschloss er ein Experiment zu wagen. Es sollte aufzeigen, wie leicht es ist, an die Kundendaten zu kommen.

Dank der Angaben auf der Boarding Karte konnte er sich schnell Zugang zu allen Buchungs- und Passagierinformationen verschaffen.

Er hatte Einsicht auf die gesamte Reiseroute und konnte alle Einzelheiten zu Abflugs- und Ankunftsort aufrufen. Auch waren die Sitz-, Flug und Ticketnummern ersichtlich.

Als er sich entschloss, noch einen Schritt weiterzugehen, bekam er Zugriff auf die komplette Aufteilung des bezahlten Preises, inklusive des Kaufdatums sowie der letzten vier Stellen der Kreditkartennummer.

Leute mit einem böswilligen Vorsatz könnten diese Daten nutzen, um den Flug zu stornieren, umzubuchen, den Sitz zu ändern oder andere Probleme verursachen.
 

Der Barcode ist keine Garantie für die Sicherheit der eigenen Daten
 

 

Über den Barcode kann man letztlich auf alle Details des Boarding Passes zugreifen. Das Format weckt zwar den Anschein nicht für jedermann zugänglich zu sein, jedoch ist es laut Hui, dank unzähliger Online-Barcode-Leser möglich, den Code ganz einfach und ohne Umschweife zu entziffern.

Man muss einfach das Foto hochladen und in kürzester Zeit bekommt man den vollen Namen, die Flugnummer, die Route, die Buchungsreferenz, Ticketnummer und vieles mehr ausgehändigt.
 

Hohes Risiko für Identitätsdiebstahl

Die unwissentliche Preisgabe der Informationen birgt nicht nur die Gefahr des Identitätsdiebstahls, sondern auch eine effektive Methode, sich in Vielflieger-Konten zu hacken und diese leerzuräumen.

Um solche Betrugsfälle vorzubeugen, rät Steve, lieber ein Foto vom Champagnerschlürfen im Flugzeug mit den Freunden zu teilen und mit seinen Daten vorsichtig umzugehen.
Schließlich gibt ein solches Fotos auch weitaus besser das Urlaubsfeeling wieder.


© Fotos: Wikimedia Commons by Mtcv CC-BY-SA-3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en), Wikimedia Commons by Cheng-en Cheng CC-BY-SA-2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en)
Quelle: news.com.au

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