Rund ums Fliegen

Flugangst adé – Mit Stift und Papier gegen das Zittern

von am 19. Juni 2017

„Jetzt bloß keine Panik und ruhig bleiben, das sind nur ein paar Luftlöcher. Fliegen ist das sicherste Verkehrsmittel.“ So etwa sieht es in den meisten Köpfen von Fluggästen aus, die gerade Turbulenzen erleben, unruhig auf ihrem Sitz hin und herrutschen und warten, bis die Achterbahnfahrt ein Ende hat. Doch was hilft wirklich gegen die plötzlich auftretenden Angstzustände?

   

Tatsächlich wurde erst kürzlich eine überzeugende Strategie entdeckt, mit der man der Flugangst ein Ende bereitet, oder sich zumindestens ablenken und beruhigen kann.

Die US Today Show besuchte dazu vor Kurzem ein Simulationsstudio für Turbulenzen, welches vom Fearless Flight Programm durchgeführt wird und Menschen mit Flugangst helfen soll, ihre Nervosität und Angstzustände auf Flügen zu überwinden. Während die Leute im Simulator sitzen, bekommen sie Aufgaben vom Programmleiter und Pilot Captain Neilson zugewiesen, die ihnen helfen sollen, sich abzulenken.

Als ein Crewmitglied der TV Show im Simulator saß und Beruhigungstechniken ausprobierte, schien eine davon ganz besonders zu wirken:

Mit Stift und Papier gegen die Angst

Man nehme einen Stift und ein Blatt Papier und schreibe seinen Namen auf einen Zettel – jedoch mit der Hand, die sonst nicht zum Schreiben dient. Dies wiederholt man so lange bis das Schaukeln im Flugzeug vorbei ist, dabei können es auch andere Begriffe außer der eigene Name sein. Hauptsache die schwache Hand ist aktiv. Der Effekt ist erstaunlich!

Und so funktioniert´s: Vor allen Dingen konzentriert sich der Passagier darauf, was er notiert, denn normalerweise schreibt er mit der anderen, gewohnten Hand. Er ist also zunächst abgelenkt. Außerdem überschneiden sich die motorischen Funktionen des Gehirns, indem die andere Gehinhälfe aktiviert wird und das „normale“ Denken unterbrochen wird. Wir sorgen uns also weniger. Genial!

Ein weiterer Tipp von Captain Neilson lautete, während des Auf und Ab´s im Flugzeug durch einen Strohhalm zu atmen – dies sorge angeblich für eine kontrolliertere Luftzufuhr, die vor einer Hyperventialtion während des Fluges schütze.

Glück im Unglück?

Doch während dies gute Nachrichten für alle baldigen Urlauber und Entdecker bedeutet, so gibt es auch die weniger erfreulichen News:

Turbulenzen werden in Zukunft keine Seltenheit mehr auf Flügen sein. Infolge des Klimawandels werden stärkere Winde erzeugt, die beispielsweise beim Jet Stream heftiger auftreten können.
Mit leichten Turbulenzen, die sich schätzungsweise um 59 Prozent vermehren, bis hin zu starken Turbulenzen mit einem Anstieg um 149 Prozent muss in Zukunft gerechnet werden.

Passagiere sollten sich also in Zukunft im wahrsten Sinne des Wortes besser anschnallen, um heil an ihrem Reiseziel anzukommen. Aber keine Panik: Mit einem Stift und Papier ist alles nur halb so wild und der Flug kann als eine „angenehme Achterbahnfahrt“ oder „Schaukelerlebnis“ in Erinnerung bleiben.


Quelle: news.com.au
© Foto: Sebastian Hopf

STICHWORTE

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR

*