Rund ums Fliegen

Nachhaltigkeit über den Wolken: Qantas entsorgt Papier-Bordkarte

von am 27. Februar 2019

Noch in diesem Jahr wollen die australischen Fluggesellschaften Qantas Airways und ihr Tochterunternehmen Jetstar Airways die analogen Bordkarten abschaffen. Bordkarten sollen ausschließlich in digitaler Form verfügbar sein. Durch diesen Wandel zielen die Fluggesellschaften darauf ab, Papier- und Plastikmüll zu reduzieren.
 

 
Welche Ziele setzt sich Qantas?

Mit der Umstellung auf digitale Bordkarten erhofft sich die Qantas Group die erste Fluggesellschaft der Welt zu werden, die bis Ende des Jahres 2021 mindestens 75 Prozent ihrer Abfälle recycelt.

Diese hohe Prozentzahl erreichen Qantas und Jetstar allerdings nicht ausschließlich durch das Ersetzen von analogen durch mobile Bordkarten. Auch anderweitig entstehender Papier- und Plastikmüll möchten die Fluggesellschaften reduzieren.

So werden Einwegartikel aus Kunststoff durch nachhaltige Alternativen ausgetauscht. Die Qantas Group strebt an, jedes Jahr 100 Millionen Einwegprodukte zu beseitigen. Bis Ende nächsten Jahres werden rund 45 Millionen Plastikbecher, 30 Millionen Plastikbesteck-Sets, 21 Millionen Kaffeebehälter sowie vier Millionen Kopfstützenbezüge alternativ ersetzt.

Plastikstrohhalme und Plastikfolien für Kopfhörer seien bereits abgeschafft worden.

Die Qantas Group arbeitet mit Herstellern und anderen Airlines zusammen, um nachhaltige Alternativen für Kunststoffartikel wie hitzebeständige Lebensmittelbehälter und Hygieneverpackungen zu finden.

Vielleicht inspiriert Qantas auch weitere Fluggesellschaften für ein nachhaltiges Fliegen, auch wenn die Nutzung von leichtem und hygienischem Kunststoff für Fluggesellschaften äußerst vorteilhaft ist.
 

Können Qantas‘ Ziele tatsächlich verwirklicht werden?

So weit, so gut. Plastikfrei über den Wolken ist zweifellos ein vorbildlicher Ansatz für die Umweltfreundlichkeit. Ob jedoch das Ziel der Airline, jährlich 100 Millionen Plastikartikel zu entsorgen, realisiert werden kann, ist wahrscheinlich leichter gesagt als getan.

Zudem treten bei der Umstellung auf nachhaltige Alternativen noch Probleme auf. Vor allem bezüglich der mobilen Bordkarte bleiben einige Fragen offen. Was passiert, wenn der Akku des Smartphones schlapp macht? Bei einem Langstreckenflug mit Stopover ist diese Frage nicht abwegig. Wie gehen Passagiere vor, die kein Smartphone oder ähnliche elektronische Geräte besitzen? Eine Alternative wie die klassische Papier-Bordkarte würde den handylosen Fluggästen in dem Fall einen einfachen Abflug ermöglichen.
 

 
Bei der Qantas Group findet man bislang allerdings keine Antworten auf diese Fragen.

Wer also in Zukunft mit Qantas oder Jetstar abheben möchte, sollte sich vorher bei der Airline informieren, ob eine (selbst) ausgedruckte Bordkarte trotz des papierlosen Fliegens weiterhin akzeptiert wird. Ist dies der Fall, steht einer nachhaltigen Reise über den Wolken nichts mehr im Wege.


© Fotos: Pixabay; Quelle: escape.com.au

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