Neuseeland Reise-Tipps

Auf zwei Rädern im Goldrausch

von am 23. August 2016

Abenteuerlustige Naturfreunde können sich nun auf einer neuen 85 km langen Fahrradstrecke im Nordwesten der Südinsel von Neuseeland auf die Spuren der Goldgräber der Glasgow Range begeben.
 

OGR-Richard Rossiter3-800© Foto: The Old Ghost Road

 
Aber so neu ist die Strecke eigentlich gar nicht, denn das zufällige Auftauchen einer Goldminenkarte aus dem 19. Jahrhundert offenbarte erste Ausbauversuche der Strecke. Ursprünglich sollten dadurch zwei Goldminenfelder miteinander verbunden werden. Die Bauarbeiten an beiden Enden starteten bereits 1870, wurden jedoch wie alle Siedlungen in der Gegend nach dem Ende des Goldrauschs aufgegeben. Und das Lyell Valley geriet in Vergessenheit. Nachdem die Mitglieder des Mokihinui-Lyell Back Country Trusts die beiden Streckenenden entdeckten, stand fest, dass das Hinterland wiederbelebt werden musste. Im Nu wurde ein Team zusammengestellt und tatkräftig an der Umsetzung der Idee einer neuen Fahrradstrecke gearbeitet, bis diese schließlich im Dezember 2015 eröffnete.

Gruselspaß beim Fahrradfahren

Die Old Ghost Road ist mit ihren 85 km der längste Singletrail Neuseelands und hat nicht nur eine atemberaubende Flora und Fauna zu bieten. Entlang des Mokihinui Rivers verlaufend, führt die Route ebenfalls durch fünf vereinsamte Goldgräberstädten, die der gesamten Radtour einen mystischen Charme verleihen. Rostige Relikte im Unterholz sowie der überwucherte Friedhof des alten Lyell gewähren Einblicke in das harte Leben der früheren Goldgräber. Zudem unterstreichen die Entlegenheit und die wilde Landschaft den Gruselfaktor, wobei der Nervenkitzel zweifellos den Reiz ausmacht.
 

OGR-Richard Rossiter4-800© Foto: The Old Ghost Road

 
Mit Vorsicht zu genießen

Im Bann der tiefen Wildnis führt der Weg durch einheimisches Buschwerk, knorrige Buchenwälder, vom Wolkenmeer umwobene Bergspitzen und versteckte Täler. Mit einem stetigen Wechsel aus langen, steilen Anstiegen auf schmalen Pfaden und schroffen Abhängen mit unbeständigen Bodenhaftungen und Hindernissen, die nur schwer zu umgehen oder durchfahren sind, wird die Strecke mit einem Schwierigkeitsgrad von 4 bis 5 bewertet. Daher sind fortgeschrittene Erfahrungen gefordert. Ebenso ist nicht zu unterschätzen, dass die Strecke zwei Regionen mit wechselnden Höhenunterschieden durchläuft. Das Wetter kann jederzeit umschwenken, sodass man für sämtliche Situationen vorbereitet sein sollte. Man muss auch damit rechnen, dass bei plötzlichen Regenfällen einige Wasserwege überlaufen können. Stellen mit Mobilfunk-Abdeckung sowie ein einsatzbereiter Hubschrauber ermöglichen ein schnelles Handeln in Notfallsituationen.
 

ORG- Jonathan Kennett-800© Foto: The Old Ghost Road

 
Actiongeladene Abenteuer, die einen zur Selbstüberwindung anspornen, sind auf der Old Ghost Road auf jeden Fall garantiert.
 

OGR- Phil Rossiter-800© Foto: The Old Ghost Road

 
Für ruhigere Gemüter, die sich zum Durchqueren gerne ein paar Tage Zeit nehmen möchten, bieten niedliche Hütten komfortable Übernachtungsmöglichkeiten mit faszinierenden Ausblicken. Im Sommer kann man ebenfalls unter freiem Sternenhimmel vor sich hinschlummern und sich völlig der romantischen Atmosphäre der unberührten Natur hingeben.
 

OGR-HagePhoto2-800© Foto: The Old Ghost Road

 
Aufgrund des spektakulären Panoramas zählt die Old Ghost Road nicht nur zu den New Zealand Cycle Trails, sondern nun auch dank des Lonely Planet Reiseführers zu den schönsten Fahrradstrecken weltweit, wodurch ein Besuch umso lohnenswerter scheint.


© Fotos: The Old Ghost Road
Quellen: stuff.co.nz (17.8.; 22.4.;12.3.), oldghostroad.org.nz

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