Australien Reise-Tipps

Campen in Australien: Regeln, die alle Camper*innen kennen sollten

Ob mit Zelt, Auto oder voll ausgestattetem Wohnmobil: fürs Campen in Australien gibt es einige ungeschriebene Gesetze, deren man sich bewusst sein sollte, bevor man sich ins wilde Abenteuer stürzt. Da noch kein Camper vom Himmel gefallen ist der all diese Regeln von sich aus kennt, haben wir hier ein paar Tipps für euch. So können Anfängerfehler im Vorhinein ausgeschlossen werden und einer spaßigen Reise steht nichts mehr im Wege!

 

#Holiday Parks

Ferienparks können privat oder nicht privat geführt sein, so oder so haben sie Australienweit aber eine Grundregel gemeinsam: das Trennen von Wasser. Grey Water (Küche und Dusche) muss bei der Entsorgung streng von Black Water (Toilette) getrennt werden, was natürlich vor allem für Wohnmobilnutzer mit Toilette im Fahrzeug gilt. Von ihnen wird erwartet, die Toilettenkassette nur (!) an dafür ausgeschriebenen Dump Points zu entleeren.
Wer den ehrwürdigen Job zum ersten Mal macht und sich nicht sicher ist, wie dieser Dump Point benutzt wird, findet dafür mit hoher Wahrscheinlichkeit einen netten Park Manager, der gerne hilft. 

© Foto: Sebastian Hopf

Kleinere Campervans mit Waschbecken besitzen manchmal keinen Abflusstank. Dafür gibt es im Normalfall graue Abwasserschläuche mit denen man es beispielsweise in einen Kanal ableiten kann, um geteerte oder gepflasterte Stellplätze nicht zu verschmutzen. Gibt es keinen Schlauch oder eine naheliegende Stelle an der das Wasser gut abfließen kann, tut es auch ein Eimer unter dem Abfluss der später entleert wird.

Auch Zeltcamper sind nicht von der Wassertrennung befreit. Von ihnen wird verlangt, Küchenutensilien im Küchenbereich und schmutzige Handwäsche im Wäschebereich des Holiday Parks zu waschen. Damit ist nicht nur die eigene Hygiene gegeben, sondern auch alle gegenwärtigen und zukünftigen Mitcamper werden es euch danken. 

© Foto: Stefanie Stadion

Apropos Mitcamper, das Motto „hinterlasse einen Ort so wie du ihn vorgefunden hast“ wird auf jedem Campingplatz großgeschrieben. Niemand fischt gerne fremde Haare aus Duschabflüssen, Essensreste aus Waschbecken und so weiter und so fort. Das Gleiche gilt für die Nachtruhe: viele Camper brechen bereits im Morgengrauen zur Weiterreise auf und wollen dann natürlich ausgeschlafen sein. Bitte nehmt deshalb mit eurer Lautstärke Rücksicht und leuchtet nicht mit hellen Taschenlampen in fremde Zelte oder Fahrzeuge.

 

#Nationalparks

Die wichtigsten Campingregeln in australischen Nationalparks drehen sich um das Entfachen von Feuer. Es gibt fast immer Hinweisschilder an den Eingangstoren, zu welcher Jahreszeit wo ein absolutes Feuerverbot gilt. Bestehen dennoch Unsicherheiten, kann jederzeit auf der Website des Parks nachgesehen werden. Das ist extrem wichtig, da das Missachten dieser Regeln bei hohem Brandrisiko euch und eure Mitmenschen stark gefährden kann. 

© Foto: Bruno Safaris

Einige Nationalparks verbieten außerdem das Sammeln von Holz, selbst von Ästen die bereits auf dem Waldboden liegen. Auch die Art von Kochgerätschaften kann unterschiedlich legal sein. So ist es manchmal möglich, dass offene Holzfeuer verboten sind, Gasgrills aber beispielsweise nicht. Diese Regeln solltet ihr ebenfalls dringend beachten, da euch andernfalls hohe Geldstrafen erwarten, wenn ihr erwischt werdet.

Abgesehen vom Feuer ist in manchen Parks, beispielsweise dem Cape Le Grand in Western Australia, die Nutzung von Drohnen strengstens verboten, da sie andere Besucher und Wildtiere gefährden. Wer also schöne Luftaufnahmen seiner Umgebung machen will, sollte sich vorher gründlich nach Hinweisschildern umgesehen haben.

Das Wildleben wird in den Nationalparks generell besonders geschützt, weshalb auch Haustiere wie Hunde in manchen Parks verboten sind oder zumindest an der Leine gehalten werden müssen.

Es gilt dagegen immer ein Verbot, wenn es um die Fütterung wilder Tiere geht. So süß es auch ist, wenn ein Wallaby einem aus der Hand frisst: es wird krank von den meisten Nahrungsmitteln, die Touristen mit sich führen und außerdem abhängig von Menschen, was am Ende tödlich für die zuckersüßen Tiere ausgehen wird. Also bitte lasst die wilden Tiere wilde Tiere sein und beobachtet sie aus der Ferne (wo sie genau so hübsch und anmutig sind), um sie zu schützen!

 

#Wildcampen

Gerade für Backpacker mit kleinem Geldbeutel ist es der Traum, keinen Cent für die Übernachtung extra zahlen zu müssen. Damit das weiterhin möglich bleibt, gibt es gerade hier einige Dinge zu beachten.  
Obwohl es am einfachsten ist wild zu campen, wenn man eine festinstallierte Toilette im Wohnwagen hat, haben gerade die Wildcamper, die sparen wollen oder müssen, meist nicht so einen Luxus. 

© Foto: Laura Kluth

Da diese Camper natürlich nicht zurückstecken sollen, gibt es viele gratis Stellplätze mit öffentlicher Toilette, manchmal sogar mit Duschen. Die meisten sind jedoch nur Parkplätze am Straßenrand (so genannte “Rest Areas”), an denen man abends zum Schlafen parkt, um morgens direkt weiterzureisen. In jedem Fall werden Camper ohne eigene Toilette dazu angehalten, so oft wie möglich öffentliche Toiletten aufzusuchen (fast jeder Spielplatz in Australien hat eine in der Nähe). Ist das nicht möglich, sollte es selbstverständlich sein, dass man kein benutztes Klopapier oder anderen Müll zurücklässt. Das gilt natürlich auch, wenn man am Stellplatz kocht.

Zusammenfassend ist zu sagen, wer die Regel „hinterlasse jeden Ort so wie du ihn vorgefunden hast“ beachtet und auf Hinweisschilder hört, sollte beim Campen in Australien wenig Probleme bekommen. Am Ende des Tages sind Camper immer wie eine große Familie in der eine Hand die andere wäscht. Nehmt also genau so viel wie ihr gebt und ihr werden eine einzigartige Zeit in einem einzigartigen Land genießen!


© Fotos: Bruno Safaris, Stefanie Stadion, Laura Kluth, Sebastian Hopf
Quelle: escape.com.au

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Jasmin Rhein

Da sie schon als Kleinkind von ihren Eltern quer durch die Welt geschleppt wurde, blieb Jasmin eigentlich nichts anderes übrig, als vom Reisefieber angesteckt zu werden. Noch vor dem Studium stehend sieht sie sich geplagt von der Entscheidung einen Zukunftsweg zu wählen, bei der Vielfalt, die die Welt noch für sie zu bieten hat. Als passionierte Surferin und Schnorchlerin aber ließ Australien nicht lange auf sich warten!
Seitdem ergänzt Jasmin das Reisebine-Team als freie Autorin.

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