Jährlich am 26. Mai findet in ganz Australien der „Sorry-Day“ statt. An diesem Tag macht Australien auf die Verbrechen der weißen Siedler gegenüber den Ureinwohnern aufmerksam und gedenkt der „Stolen Generation“.
Der Sorry-Day fand erstmals 1998 statt. Anlass war der ein Jahr zuvor veröffentlichte „Bringing Them Home Report“. Der Bericht dokumentiert, wie Kinder von Aboriginals seit der Besetzung durch Europäer 1788 aus ihren Familien gerissen wurden. Sie sollten so europäischen Werte und Arbeitsgewohnheiten lernen und anschließend Dienste für die kolonialen Siedler ausführen. Diese Kinder wurden bekannt als die „Stolen Generation“. 1998 entschuldigte sich der damalige Premierminister Kevin Rudd als erster Regierender Australiens offiziell in einer landesweit live übertragenen Rede bei den Betroffenen.
Seit dem „Bringing Them Home Report“ von 1997 hat sich die Zahl der Kinder, mit indigenem Ursprung, die aus ihrer Familie gerissen wurden, verfünffacht. Allein im letzten Jahr erhielten fast 14.000 indigene Kinder staatliche Hilfe. Rund 30% der Kinder wachsen in Pflegefamilien bei weißen Eltern auf. An diesem Tag hingewiesen werden, dass staatliche Regelungen zum Kinderschutz verbessert werden müssen.
Bundesweit versammeln sich aus diesem Grund hunderte Menschen und fordern dringende Änderungen bei den Gesetzen zum Kinderschutz. Laut den Organisatoren ist das herrschende System für die „laufende Stolen Generation“ verantwortlich. Aunt Hazel, von der Organisation „Grandmothers Against Removal“ kritisiert, dass die Protestler nur das „gewalttätige System” sehen, dabei aber nicht daran denken, dass Kinder zu ihrem Schutz aus den Familien geholt werden müssen.
Die „Grandmothers Against Removal“ haben ein alternatives Modell entwickelt, das Aboriginal Community Liaison Committee. Das Modell bringt Familien, staatliche Stellen und Dienstleister zusammen, bevor ein Kind aus seiner Familie gerissen wird.
Quelle: The Guardian, australia.gov.au
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