Australien Work & Travel

Backpackerflaute im Northern Territory

von am 26. November 2015

Auf ins Red Centre - hier gibt es noch Backpackerjobs!

Arbeitswillige Backpacker sind im Norden Australiens Mangelware. Viele kommen nur als Touristen in die Region zwischen Darwin und Red Centre, dabei sind die Aussichten auf gut bezahlte Backpackerjobs hervorragend.

Das Northern Territory hat es mit seinem Ruf manchmal nicht leicht. Dabei gibt es reichlich zu sehen: Spektakuläre Landschaften, angenehmes Winter-Klima und sehenswerte Nationalparks. Die rote Erde der Region, ihre unendlichen Weiten und bizarren Felsformationen gehören wohl zu den am meisten mit Australien assoziierten Bildern überhaupt. Wenn es ein “echtes Australien” gibt, dann wohl am ehesten hier, zwischen Stations, Outback, verschlafenen Städtchen und sommerlicher Gluthitze.

Der nördlichste Bundesstaat Australiens ist und bleibt ein Touristenmagnet, besonders zur Hochsaison zwischen Mai und September. Während es in großen Teilen Australiens kalt und ungemütlich ist, sind die Temperaturen in Darwin, Alice Springs und den umliegenden Nationalparks angenehm warm bis heiß.

Auch viele junge Backpacker besuchen die Region. Sie werden angezogen von Highlights wie dem Uluru und den Olgas im Roten Zentrum oder den Kakadu und Litchfield Nationalparks in der Region rund um Darwin, um nur einige zu nennen. Sind die Sehenswürdigkeiten jedoch erst einmal abgeklappert, verlassen sie die Region oftmals direkt wieder.

Sinkende Besucherzahlen

Seit diesem Jahr sinken die Besucherzahlen in der gesamten Region. Um 30 % sind laut einem Artikel der NT News die Backpacker-Zahlen im Northern Territory in diesem Jahr gesunken. Auch die Zahlen von Hotel- und Hostel-Übernachtungen sind stark abgefallen. Im Vergleich zur Vorsaison sanken sie zum Beispiel in Darwin um 20 bis 30 %.

Hinzu kommt, dass immer weniger von den verbliebenen Backpackern einen Job in der Region in Erwägung ziehen. Auf dem Arbeitsmarkt macht sich der Mangel an temporären Arbeitskräften besonders bemerkbar. Oftmals stehen in der Region so viele Backpackerjobs zur Verfügung, dass die Löhne in die Höhe schießen. Kurzfristig verfügbare Arbeitnehmer werden vor allem zwischen April und Oktober in so gut wie allen Branchen händeringend gesucht.

Backpackerjobs in Hülle und Fülle

Viele Unterkünfte, Pubs und Tourveranstalter haben Schwierigkeiten, zuverlässige Saisonkräfte zu finden. Auch auf dem Land und im Baugewerbe, in handwerklichen Berufen und in Bürojobs wird es immer schwieriger, die verfügbaren Stellen zu besetzen. Das führt dazu, dass die Bezahlung im Northern Territory des Öfteren deutlich besser ausfällt als anderswo im Land. Eigentlich also perfekte Voraussetzungen für arbeitswillige Backpacker.

Warum bleiben sie also trotzdem weg?

Die Gründe für die “Backpackerflaute” im Northern Territory sind vielfältig. Zum Einen sind die Verlockungen des “Backpackertrails” an der Ostküste für viele junge Reisende zu groß, als dass sie sich im Northern Territory überhaupt nach Jobs umschauen würden.

Zum Anderen steigen die Gebühren für das Working Holiday Visum in Australien stetig. Außerdem wurde für 2016 die Abschaffung der Steuerfreigrenze angekündigt, so dass Backpacker mit einem Working Holiday Visum ab Juli 2016 immer 32,5 % Steuern zahlen müssen. Viel Geld für Reisende, die sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten möchten.

Seit der Bekanntmachung der Änderungen warnen australische Arbeitgeber, dass arbeitswillige Backpacker zunehmend nach Neuseeland oder Kanada abwandern werden. Das hätte schwerwiegende Folgen für Arbeitgeber auf dem Land und in weniger beliebten Regionen. Besonders für die Obst- und Gemüseernte, auf Farmen, Baustellen und im Tourismus sind saisonale Beschäftigte dringend notwendig.

Auch die australische Regierung hat erkannt, dass die Arbeit im Norden Australiens wieder attraktiver für Backpacker werden muss. Erste Maßnahmen wurden bereits verabschiedet. So ist nun unter bestimmten Umständen in Nordaustralien erstmals die Verlängerung eines sechsmonatigen Arbeitsvertrages möglich. Weitere Maßnahmen, wie etwa die Erweiterung der möglichen Arbeitsbereiche für das zweite Working Holiday Visum, werden bereits diskutiert.


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Quelle: NTNews

Bild: Stefanie Stadon

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