Australien Work & Travel

Work & Holiday Visum für Österreich ist wie Lottospielen

Was wir Deutschen schon lange dürfen, ist jetzt auch für unser Nachbarland Österreich beschlossene Sache: Das Leben und Arbeiten in Australien auf Zeit ist nun mit Visum auch für unsere Ösi-Freunde möglich. Doch was in Deutschland das Working Holiday Visum ist, schreibt sich in Österreich Work & Holiday Visum … und die Beantragung hat seine Tücken.

Der Traum von einem Auslandsaufenthalt in Australien rückt in greifbare Nähe. Zum 15. Februar 2018 trat das neue Abkommen zwischen Australien und Österreich in Kraft, das junge Leute dazu animieren soll, ihren kulturellen und persönlichen Horizont zu erweitern. Ein Traum, wie es scheint, denn Australien gilt als die Destination für Work & Traveller. Lange hat Österreich darauf gewartet und nun ist es da: das Work & Holiday Visum.

Erst einmal eine wundervolle Nachricht und ein Schritt in die richtige Richtung, doch nicht ganz das, was erhofft wurde. Während die Grundvoraussetzungen für beide Visa-Typen (Subclass 462 für Österreicher und Subclass 417 für Deutsche) sehr ähnlich sind (Altersbegrenzung, keine Kinder, finanzielle Mittel für Aufenthalt und Rückflüge, gesundheitliche Voraussetzungen, etc.), wird die Beantragung des Work & Holiday Visums für Österreicher sicherlich kein Zuckerschlecken.
 

Wieso es so schwierig wird…

1. Geringes Kontingent
Eine der vermutlich größten Herausforderungen für Work and Holiday Interessierte aus Österreich wird in diesem Jahr schlichtweg das geringe Kontingent an zu vergebenden Visa sein. Nur 200 jungen Menschen wird das Work & Holiday Visum ausgestellt und somit die Chance auf ein temporäres Leben in Australien gewährt. Jeden Juli (abgesehen von 2018) soll ein neues Kontingent bereit gestellt werden. Im Vergleich wurden für Deutsche im Jahr 2016/2017 fast 16.000 Working Holiday Visa für Australien ausgestellt – mit steigender Tendenz. Das nicht jeder reisebegeisterte Österreicher ein Visum bekommt steht also außer Frage. 

2. Bildungsweg zählt
Direkt nach der Schule, vor der Ausbildung, vor dem Studium, nach dem Studium oder zwischen dem Studium… für ein Working Holiday Visum ist der Lebenslauf völlig egal, solange die Altersgrenze von 18-31 Jahren eingehalten wird. So wird jungen Menschen aus allen Bildungsschichten die Chance auf das Auslandsjahr in Australien gewährt. Doch Österreicher brauchen für ein Work & Holiday Visum bereits einen Hochschulabschluss oder müssen den erfolgreichen Abschluss von mindestens zwei Hochschuljahren über den sogenannten Letter of Support nachweisen. Es darf also nicht jeder, der gerne will. 

3. Höherer bürokratischer Aufwand
Von wegen Online-Bewerbung. Österreicher müssen ihren vollständigen Work & Holiday-Visumsantrag per Post an die Australische Botschaft in Berlin senden. Da es in Berlin keinen Visumsschalterservice gibt und auch keine telefonischen Visa-Fragen beantwortet werden, ist die Kommunikation erschwert. Alle telefonischen Rückfragen sollen direkt an das Europe Service Center in London gerichtet werden (und diese sind – gesammelt aus vielen Erfahrungswerten – nicht einfach zu erreichen). Bei Nachforderung von Unterlagen kann sich der Beantragungsprozess also ins Endlose ziehen und kurzfristigere Beantragungen scheinen fast unmöglich. Sorgfältigkeit ist gefragt. 

Wer als Österreicher also schon länger darüber nachdenkt, den roten Sand des Outbacks zu durchwandern oder eine Brise frischer Luft am Great Barrier Reef zu schnappen, sollte rechtzeitig und mit viel Planung und Sorgfalt an seine Visumsbeantragung herangehen. Die Tatsache, dass ein Work & Travel Aufenthalt für Österreicher ab sofort möglich ist, freut uns dennoch sehr – obwohl wir ihnen sehr unser so geliebtes Working Holiday Visum gewünscht hätten.

Weitere Informationen zum Work & Holiday Visum für Österreicher, alle Antragsformulare und Checklisten finden sich auf der Webseite der australischen Regierung.


Quelle: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA), Australische Regierung
© Foto: Rawpixel.com via unsplash.com

Autor/in des Artikels

Annika Ludwig

Wenn Annika nicht gerade auf den nächsten Flieger wartet, um ein neues Land zu entdecken, findet man sie mit einem Buch in einem der vielen Berliner Cafés. Nach mehreren Auslandsaufenthalten hat sie Anglistik studiert, wodurch ihre Leidenschaft für englischsprachige Kulturen und das Reisen nur noch mehr beflügelt wurde. Als Online-Redakteurin bei Reisebine war sie für euch in Südaustralien und Queensland unterwegs, um spannende Erlebnisse zu testen.

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