Neuseeland News

Neuseelands Great Walks bald kostenpflichtig?

Die Natur Neuseelands leidet unter den stetig zunehmenden Touristenmassen. Im Gespräch ist daher jetzt die Zahlung einer Gebühr für die Great Walks. Damit soll die Umgebung besser vor Verschmutzung und einer zu hohen Belastung durch die Menschen geschützt werden.

Die meisten Besucher kommen nach Neuseeland, um die außergewöhnliche Natur zu genießen, die man am Besten auf Wanderwegen erkunden kann. Über das ganze Land verteilt finden sich neun offizielle Wanderwege, die zu Great Walks deklariert wurden und unter dem Schutz des “Department of Conservation (DoC)” stehen.

Zu den Berühmtesten gehören der Abel Tasman Coast Track, der Milford Track und der Tongariro Northern Circuit. Bei tausenden Kilometern an Tracks gibt es Wanderungen über einen oder mehrere Tage und für jedes Fitnesslevel, die durch Nationalparks, Vulkanlandschaften und durch wilde Wälder führen.

In den letzten 18 Monaten stieg die Zahl der internationalen Besucher von 30% auf 50%. Die Teilnahme an den Great Walks explodierte förmlich. Damit einher geht auch die erhöhte Umweltbelastung und der Verlust der Einzigartigkeit der Wanderungen. Bei einer Wanderung durch einen Nationalpark stets von 40 anderen Wanderern umgeben zu sein, hat nichts mehr mit Genuss zu tun. Schon gar nicht mit dem sonst recht spärlich besiedeltem Neuseeland.

Für Neuseeländer soll die neu eingeführte Gebühr nicht so hoch ausfallen wie für Touristen – internationale Besucher sollen 100$ bezahlen, Kiwis nur 40$.

Derzeit bezahlt man für die Teilnahme an einem Great Walk nur für die Unterkunft in den sogenannten Huts oder auf Campingplätzen. Gelegentlich muss man sich für die Walks vorher (kostenpflichtig) anmelden, womit zusätzlich eine individuelle Buchungsgebühr anfallen kann.

Das Gesetz Neuseelands schreibt vor, dass man Menschen nicht für etwas anderes als die Nutzung der Einrichtungen zahlen lassen darf. Es soll eine Lösung gefunden werden, sich um dieses Gesetz herum zu arbeiten oder es ganz und gar neu zu schreiben. Noch ist auch nicht klar, wie die Abrechnung der Gebühr vonstattengehen soll und wie unterschieden wird, wer ein kurzzeitiger Bewohner des Landes und wer nur Tourist ist.

Es werden viele Diskussionen zu diesem Thema aufkommen, aber diese müssen geführt werden. Es gehe an das Herz eines jeden Kiwis, denn es muss etwas unternommen werden. Diese Gebühr wird voraussichtlich zu einem Rückgang der Teilnahmen an Great Walks führen. Die Herangehensweise an diese Sache muss also noch gründlich durchdacht werden.


Quelle: NZ Herald
© Foto: Tourism New Zealand / Julian Apse

Autor/in des Artikels

Tabea Eilert-Küther

Schon immer interessierte sich Tabea für das Reisen und so fasste sie sich nach ihrem Abitur ein Herz und flog ans andere Ende der Welt - Neuseeland wurde für sieben Monate ihre neue Heimat. Nachdem sie auch noch Australiens Ostküste und Dubai bereiste, plagt sie nun das Fernweh und es sind bereits weitere Reisen durch Europa geplant.

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