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Abenteuer à la Hollywood in Australien?

von am 6. April 2017

© Fotos: Elina Writschan, Alina PeterBoom! Freiheit! Plötzlich gibt es nicht mehr „Ich frage mal meine Eltern“, sondern nur noch „Think for yourself and make your own choice!“. Irgendwo wird man schon landen. Wir wollen erleben, entdecken, probieren und schmecken. Prinzipien? Fehl am Platz. Stattdessen überschreiten wir Grenzen an einem der schönsten Orte unseres Planeten, und erleben die womöglich verrücktesten Abenteuer unseres Lebens. Diese 3 Mädchen könnten mit ihren ausgefallenen Geschichten womöglich Hollywood erobern. Aber überzeugt euch doch selbst!
 

EW-VanAustralia-800 © Foto: Elina Writschan

Wasserfall gefällig?

Verrückt ist gerade das Stichwort für Elina (19 Jahre), die sich vor Kurzem noch an der Westküste Australiens entlang schlängelte und mittlerweile wieder im Landesinneren arbeitet, um sich ihre letzte große Reise zu ermöglichen: Einmal mit Freunden die ganze Ostküste entlang reisen. Nicht einmal erträumt hätte sie sich all die Abenteuer, die sie bis heute schon erleben durfte.

„Jedes Mal, wenn ich meinen Freunden erzähle, was uns tagtäglich passiert, denke ich mir sofort: „Lebe ich in einem Abenteuer/Action Film?“ Als Beispiel nehme ich dann immer unser Wasserfall-Erlebnis während unserer Reise entlang der Westküste Australiens. Die Hauptattraktion waren wunderschöne Wasserfälle, die wir nach einer anstrengenden Wanderung bergauf erreichen sollten. Gesagt, getan. Überwältigt von der Schönheit der Natur und der Freude darüber, dass wir es nach etlichen Stunden endlich geschafft hatten, stürzten wir uns überglücklich in unsere vielversprechende Abkühlung.

Die enorme Strömung des Wassers hatten wir währenddessen jedoch vollkommen vergessen. Während ich quietsch vergnügt im Wasser umher plantschte, wurde es um mich herum plötzlich still. Wo war meine Freundin geblieben? Mitgerissen von der Strömung klammerte sie sich einige Meter vor einem tiefen Abgrund verzweifelt am Beckenrand fest und schrie lauthals nach Hilfe – immerhin wollte sie nicht als kleiner Snack zwischendurch für die Krokodile enden, die sich im Auffangbecken des Wasserfalles nur so tummelten. Gott sei Dank konnte sie rechtzeitig von anderen Reisenden, die auf sie aufmerksam geworden sind, aus dem Wasser gezogen werden. Was für ein Schock!
Erst am Abend haben wir dann wirklich realisiert, was wir für ein Glück hatten. Ein Hoch auf unser Karma!
 

EW-WasserfallAustralien-800 © Foto: Elina Writschan

Nette Bekanntschaft oder Serienkiller?

Auch Anna (20 Jahre) ist bereits durch weite Teile Australiens gereist und kommt immer wieder ins Schwärmen, sobald sie von ihren Erlebnissen berichtet. Ganz verrückt wird es vor allem beim Thema: Neubekanntschaften in Australien: „Noch nie habe ich so offene, zutrauliche Menschen getroffen wie in Down Under“, stellt sie jedes Mal erneut fest.

„Dass neue Bekanntschaften uns sofort zum Übernachten einladen, kannten wir aus Deutschland überhaupt nicht.“ Auf einem Camping Parkplatz für Reisende wollten Anna und ihre Freundin ihr Zelt aufbauen, als der Himmel plötzlich immer dunkler wurde und der Sturm bereits in der Luft lag. Sogar eine Warnung im Radio wurde den Freiluftcampern der Region ans Herz gelegt.
Wie das Schicksal so spielt, fragte genau in diesem Moment ein netter junger Mann, ob sie nicht lieber in seinem doch naheliegenden Haus übernachten wollten. „Warum nicht?“ , dachten sich die Mädchen, immerhin besser als vom Sturm über die Straße gefegt zu werden.

„Das erste mulmige Gefühl überkam uns auf dem Weg zu der Unterkunft“, erinnert sich Anna. Der Mann stand bereits am Fenster und wir fühlten uns wie kleine Kaninchen, die freiwillig in die Höhle des Wolfes spazierten. Drinnen angekommen, waren alle Räume seltsam leer, das Einzige was an den Wänden hing, waren Fotos seines Hundes. Auf dem Boden standen genau ein Paar Frauenschuhe. Kopf aus, Fantasie ein: „Ein Serienkiller?“ – war unser erster Gedanke. „Als er dann auch noch fragte, ob wir nicht Angst hätten, alleine zu reisen, ging es dann völlig mit uns durch.“
Bis 4 Uhr morgens machten die Mädchen kein Auge zu. Zu allem Überfluss schien der Gastgeber die skurrile Angewohnheit zu haben, nächtliche Spaziergänge durchs Haus zu tätigen.“Unser Herz schlug so heftig, wie noch nie zuvor“, erinnert sich Anna , als sei es erst gestern passiert.

Zum Glück blieb die Zimmertür der Mädchen jedoch unberührt. Was für ein seltsamer Typ. Noch seltsamer gestaltete sich der nächste Morgen. Der Umgang untereinander war locker und entspannt, als wäre es nie anders gewesen. Nach der Floskel durchfluteten Verabschiedung „take care“ und „stay on touch“, blieb die vergangene Nacht den beiden Mädchen wie ein Spielfilm in Erinnerung.

 

900 Rinder auf einen Schlag

Bei Ali (18) , die derzeit zusammen mit ihrer Schwester Neuseeland und Australien bereist, bekommt das Wort „verrückt“ ein komplett anderes Gesicht. Während sie 12+ Stunden am Tag auf einer Rinder Farm arbeitet und für so manche tierische Herausforderung gewappnet sein muss, entdeckte sie eines Abends, dass ihr Arbeitgeber nicht einmal während der Arbeitszeit auf der Farm gewesen war, sondern sich stattdessen mit voller Hingabe seinen Alkoholflaschen im Küchenregal gewidmet hatte.

Verrückt – das Wohlergehen von rund 900 Rindern lag somit in ihren Händen, und das schon seit mehreren Wochen. Da kann das tägliche Eintreiben von Rindern, als junge Frau in einem Traktor, durchaus zu einem hollywoodreifen Abenteuer werden. Zum Glück arbeitet Ali zuverlässig und versucht sich so gut wie möglich zu konzentrieren. Wir drücken ihr auf jeden Fall weiterhin die Daumen. Selbst ist die Frau!
 

AP-RinderfarmAustralia2-800© Foto: Alina Peter


© Fotos: Elina Writschan, Alina Peter

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