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Backpackersteuer: registrieren oder Strafe zahlen

von am 3. Februar 2017

In Australien herrscht immer noch große Aufregung um die Backpackersteuer. Nachdem das Parlament sich nach langer Zeit auf einen Steuersatz von 15% für Working Holiday Maker geeinigt hat, müssen die Farmer sich nun in kürzester Zeit umstellen.
 

© Foto: Rosanna Schifferer

 
Im vergangenen Dezember wurde nach langer Debatte beschlossen, dass Backpacker in Australien ab diesem Jahr 15% Steuern zahlen müssen. 
Bis zum 31. Januar sollten sich deshalb alle Arbeitgeber von Working Holiday Makern registriert haben.

Nachdem die Politiker sich 18 Monate Zeit ließen, um zu einer Übereinkunft zu kommen, wurden sowohl das Finanzamt als auch die Arbeitgeber von der kurzen Zeitspanne doch sehr überrumpelt.

Michael Gleeson, Mitarbeiter der Australian Tax Office (ATO) berichtet, dass die Beamten einige Telefonkonferenzen mit Verbänden von Farmern führten, um sie schnellstmöglich über die Neuheiten zu informieren. 
Den Beteiligten blieb sehr wenig Zeit zwischen dem Beschluss durch das Parlament und der Durchführung des neuen Steuergesetzes.

Da den Farmern Sicherheit gewährt wird, die sich rechtzeitig registrieren lassen, meldeten sich laut ATO viele von ihnen eifrig und fristgerecht. 10 000 Arbeitgeber haben sich bereits angemeldet, 50 000 Anmeldungen werden für das gesamte Jahr erwartet.

Wer sich nicht im Januar als Arbeitgeber für Halter des Working Holiday Visums (417 und 462) angemeldet hat, diese aber trotzdem einstellt, kann Probleme bekommen. Es drohen höhere Steuern von 32,5%, also dem Prozentsatz für andere ausländische Arbeiter, oder sogar Strafen. 
Gleeson erklärt, dass das Finanzamt sich dafür einsetze, den Leuten zu helfen den niedrigeren Steuersatz zu erhalten. 

Die lange Debatte und das hin und her um die Steuererhebung machte vielen landwirtschaftlichen Betrieben in Australien zu schaffen. 
Im Northern Territory suchte man schon nach Alternativen, sollte sich die drohende Steuer-Erhöhung negativ auf die „Backpackerzuwanderung“ auswirken, wo sich dort ohnehin schon vergleichbar wenige Work and Traveller niederlassen. 

Shenal Basayaka, Chef der Vereinigung „Northern Territory Farmers“ erzählt, dass die Obst- und Gemüsebauern auf rund 6000 Working Holiday Maker im Jahr setzten. Das macht ca. 90% aller Angestellten dort aus.

Um das Loch, welches fehlende Backpacker hinterlassen würden zu schließen, müssten die Farmer sich Alternativen auf den Pazifischen Inseln und aus Osttimor suchen. Normalerweise sind diese Saisonarbeiter im Northern Territory sehr selten, so Basayaka. 
Durch die erfolgreiche Förderung eines Programms für Saisonarbeiter gelang es den Farmern des Northern Territory bereits, deren Zuwachs um 33% zu steigern. 

In New South Wales hingegen waren die Besitzer von Kirschplantagen mehr oder weniger froh über den verzögerten Regen der dort herrschte, da so die Nachfrage nach Arbeitern sank.


Quelle: http://www.abc.net.au
© Foto: Rosanna Schifferer

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